A Long Way Down
A Long Way Down
08. September 2011
von Kim
5 Sterne
Kim Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

Weiß der Himmel, warum keiner von uns daran gedacht hatte, dass  es an einem bekanntermaßen für Selbstmörder attraktivsten Ort am  Silvesterabend zugehen würde wie auf dem Piccadilly Circus, aber an  diesem Punkt der Ereignisse akzeptierte ich die schnöde Realität: Wir  waren auf dem besten Weg, aus einem feierlichen und privaten Moment eine  Farce und ein Massenspektakel zu machen. 

Topper’s House. Immer wieder ein beliebter Ort, um Selbstmord zu begehen. Besonders an Silvester. Und genau deshalb landen Maureen, Jess, Martin und JJ am Neujahrsabend  auf dem Dach. Blöd ist bloß, wenn man sich beim Sprung auch noch  gegenseitig zugucken muss. Doch anstatt zu springen kommen die Vier ins  Gespräch, reden über ihr Leben und was alles schief gegangen ist – und  entscheiden, ihren Abgang noch etwas nach hinten zu verlegen. Denn es  gibt noch einiges zu klären. Der Abend ist erst der Anfang…

Jess

Ich war bei einer Party eins tiefer in der besetzten  Wohnung. Die Party war beschissen, alles nur uralte Crusties, die auf  dem Boden rumsaßen, Cider tranken, riesige Joints qualmten und sich so  schrägen, abgedrehten Reggae anhörten. Punkt Mitternacht klatschte einer  von denen sarkastisch, ein paar andere lachten, und das war es auch  schon – frohes neues Jahr. Man hätte als glücklichster Mensch von ganz  London zu dieser Party kommen können und hätte fünf Minuten nach zwölf  auch von Dach springen wollen. Und ich war keineswegs der glücklichste  Mensch in ganz London. Versteht sich wohl von selbst. 

Nick Hornby überzeugt von der ersten Seite an mit seiner Sprache.  Jede Person hat einen individuellen Stil und einen ganz eigenen  Charakter  und erzählt seinen Teil der Geschichte mit so viel Leben und  auch Humor, dass man trotz des ernsten Themas nicht in Depressionen  versinkt, sondern auch mal lachen muss. Alle Charaktere kommentieren  ihre Sicht der Dinge mit einer gewissen Selbstironie, behalten dabei  aber immer den Kern der Geschichte im Auge. Von Anfang an begeistert „A  Long Way Down“ sowohl in Sprache und Personenvielfalt als auch in der  Story und ihrem Hintergrund. Ein wunderbar gelungenes Buch.  

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