Anständig essen
Anständig essen
31. Januar 2021
von Nike
3 Sterne
Nike Jahrgang 2006 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

„Anständig essen“ ist ein Sachbuch von Karen Duve, in dem sie von ihrem Selbstversuch anständig zu essen berichtet. Das Buch erschien 2011 mit einer Neuauflage 2019 beim KiWi Verlag. Karen Duves Plan ist, die verschiedensten Lebensweisen, mit dem Hauptaugenmerk auf Ernährung liegend, auszuprobieren. Dafür ernährt sie sich erst zwei Monate lang nur von Bio-Lebensmitteln, zwei Monate vegetarisch, vier Monate vegan und zwei Monate frutarisch.

Während ihrer Phasen stellt sie nicht nur ihre Ernährung um, sondern informiert sich auch umfassend über die Beweggründe von Menschen sich auf die eine oder andere Art zu ernähren. Bei ihrer Recherche stößt sie auf Informationen zu der Haltung von sogenannten Nutztieren, aber auch auf die gesundheitlichen Auswirkungen von tierischen Produkten. So stellt sie zum Beispiel den Widerspruch der Behauptung der Milchindustrie, Milch sei enorm wichtig für eine gesunde Ernährung, und dem Zustand, dass 75% der Weltbevölkerung laktoseintolerant sind, fest. Es werden aber auch grundsätzlichere Fragen, wie der Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl, diskutiert. Auch andere Missstände, auf die sie durch ihren Selbstversuch stieß, bekamen einen Platz in dem Buch. So wollte die Autorin sich eigentlich nur informieren, ob sie Coca-Cola light trinken darf, wenn sie nur Bio-Lebensmittel verzehrt, entdeckte daraufhin aber, dass der Konzern beschuldigt wird, Firmenleitungen in Kolumbien hätten Morde an Gewerkschaftern von Sinaltrainal, einer Lebensmittelgewerkschaft, begangen. Daraufhin beschließt sie kurzerhand, Coca-Cola zu boykottieren. Auch dabei berichtet sie ehrlich, wenn sie ihren Vorsatz doch vergessen hat und das Produkt schon gekauft ist.

Das Buch ist eine angenehme Mischung aus einem Bericht des Alltags der Autorin, ihren Gedanken zu der Thematik und recherchierten Informationen. Dabei muss ich persönlich jedoch sagen, dass die Informationen so ausgelegt waren, dass gerade Menschen, die sich vorher noch gar nicht oder nur sehr wenig mit dem Thema auseinandergesetzt haben, perfekt mitkommen. Da ich mich jedoch bereits bevor ich das Buch las viel mit dem Thema beschäftigte, waren die Daten oft nicht neu für mich und daher zog sich das Buch an einigen Stellen schlicht und einfach, weil es nichts Neues für mich war. Karen Duves persönliche Erfahrungen und Gedanken fand ich allerdings sehr interessant und sehr leser*innennah formuliert. So hat sie beispielsweise nicht nur geschrieben, dass sie sich schlecht konzentrieren kann, sondern auch die Gedanken, die ihr während sie prokrastinierte kamen, mit aufgeschrieben.

Ich kann das Buch ganz klar für alle empfehlen, die sich ohne viel Hintergrundwissen mit ihrer Ernährung auseinandersetzen möchten oder sollten.

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