Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
08. Juni 2020
von Theo, Hangzhi
Ø 5 Sterne
Theo Jahrgang 2003 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

Der Titel des Buches “Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums” geschrieben von Benjamin Alire Sáenz ist recht selbsterklärend. Zwar entdecken Ari und Dante keine physikalischen Neuheiten und haben auch keine tiefenphilosophischen Erleuchtungen, doch die Einsichten in das Leben der beiden Jungen und ihr Weg zum Erwachsensein ergründet nebenbei so einige Geheimnisse des Lebens.


Ari und Dante sind zwei sehr unterschiedliche Einzelgänger. Als sich die beiden im Jahre 1987 im Schwimmbad treffen, und der begabte Dante Ari anfängt das Schwimmen beizubringen, beginnt eine äußerst ungewöhnliche aber innige Freundschaft.

Ari ist oft sehr verschlossen und traurig, Dante jedoch ist nicht nur sehr redegewandt sonder auch bestimmt, und führt Ari so zum Beispiel in die Welt der Literatur und Kunst ein. 


Das Buch schafft es wunderbar den Lesenden in Ari Augen zu versetzen, so wird man mit der Zeit selbst zu ihm, und baut eine Beziehung zu allen Charakteren, insbesondere Dante auf. Gerade die kleinen Details aus Aris Leben macht die Welt unglaublich nahbar und intim. Mit einem unglaublich realistischen Roten Faden, hat das Buch alles was es braucht um das Herz schneller schlagen zu lassen und die Welt um sich herum zu vergessen. Absolut empfehlenswert!



Hangzhi Jahrgang 2004 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

Im El Paso des Jahres 1987 treffen zwei mexikanischstämmige Jungen aufeinander. Zwei Einzelgänger, eher still als selbstdarstellend, die sich doch in vielen Aspekten unterscheiden. Der Ich-Erzähler Ari(stoteles), alleine, zurückgezogen in seinen Selbstzweifeln und bedrückt von familiären Altlasten, trifft auf Dante. Dante liebt die Künste und kann ganz unverklemmt über alles mögliche reden. Zwischen den beiden entsteht auf Anhieb eine innige Freundschaft, die vor allem Ari dazu anregt, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und sich mit den schönen Dingen auseinanderzusetzen, das Universum zu entdecken. In den geschilderten knapp einandhalb Jahren muss ihre Freundschaft durch äußere Umstände und persönliche Schicksalsschläge einiges aushalten.

Der Autor Benjamin Alire Sáenz schafft es mit diesem Roman, mehr still als laut, mehr sanft als hochspannend, und trotzdem immer mitreißend zu schreiben – auf eine andere Art von „mitreißend“, eine, die berührt, weil die Figuren emotional so wahnsinnig greifbar sind. Man erwartet bei einer solchen Geschichte vielleicht nicht unbedingt die unerwartetsten Wendungen, aber ich kann spoilerfrei nur sagen, dass ich so einige Male beim Lesen von einer Seite zur nächsten auf einmal schockiert, froh, traurig oder erstaunt war und der gesamte Plot doch immer sehr realistisch bleibt. Lange war ich nicht mehr so emotional beim Lesen eines Buches. Ich persönlich dachte anfangs, dass sich die Geschichte in eine etwas andere Richtung entwickelt, wurde aber positiv beeindruckt. Dabei werden viele Themen geschickt angeschnitten: Da wären zum Beispiel das Leben als Mensch mit mexikanischen Wurzeln in Amerika, das Aufwachsen als Einzelgänger, durch traumatisierende Ereignisse belastete Eltern-Kind-Beziehungen, LGBTIQA+-Themen, die gesellschaftliche Akzeptanz des Andersseins, … Man hat aber nie das Gefühl, dass hier irgendetwas überladen ist, die Handlung an sich ist zwar vielschichtig und verzweigt sich häufig, funktioniert aber gerade als Ganzes so gut.

Von mir gibt es also eine sehr sehr eindeutige Leseempfehlung!

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