Chicken Dance
02. Oktober 2011
von Kerrin
4 Sterne
Kerrin Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Wir sind in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. In Horse Island,  Louisiana. Don Schmidt lebt dort seit seiner Kindergartenzeit. Seine  Klassenkameraden nennen ihn aber immer noch ‚den Neuen‘. Zuhause ist es  auch nicht viel besser. Dawn hier, Dawn da. Ach Don, deine Schwester war  sooooo eine tolle Ballerina und es macht mich todtraurig, dass sie  gestorben ist. Don muss sich jeden Tag von seiner Mutter anhören, wie  großartig seine große Schwester war und wie mickrig er gegen sie ist.  Sein Dad tut nichts dagegen.

Die einzigen Geschöpfe, mit denen Don wirklich gut klarkommt, sind  die paar Hühner, die im Hof herumlaufen. Seine Mom hat Angst vor ihnen,  deshalb darf er sie füttern. Und Schritt für Schritt lernt er mehr über  die Hühner, beobachtet sie, leiht sich die dicksten Wälzer über Hühner  aus und ist schließlich ein wandelndes Lexikon. In anderen Städten wäre  das wahrscheinlich ein bisschen abgedreht, aber nicht weiter zu  beachten.
Aber in Horse Island ist Hühnerwissen das wertvollste, Eier könnte man  quasi mit Gold aufwiegen – und wer den Hühner-Wissens-Wettbewerb beim  alljährlichen Milch-und-Eier-Festival für sich entscheiden kann, der  braucht sich keine Sorgen mehr um seine Beliebtheit oder einen zu  niedrigen Preis für seine Eier machen.

Don tut genau das. Er gewinnt diesen Wettbewerb. Und er wird beliebt.  Plötzlich wollen alle seine Freunde sein; und als seine Mutter die  Tragweite dieses Sieges begreift, wird sie auf einmal auch freundlicher  zu ihm. Aber von wie langer Dauer ist all diese Aufmerksamkeit und  Zuneigung? Und was hat es mit diesem Detektiv auf sich, mit dem seine  Eltern heimlich telefonieren…?

‚Chicken Dance‘ ist das Erstlingswerk von Jacques Couvillon – und  meiner Meinung nach hat er damit gleich ein großartigen Start hingelegt.  Das Buch lässt den Leser völlig in Don’s Welt versinken, er fühlt sich  mit ihm verbunden und möchte gar nicht mehr aus Horse Island  zurückkommen. Dafür ein Riesen-Kompliment an Jacques Couvillon und 5  Sterne!

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