„Das große Fehlen“ von Azam Mahdavi und Maryam Tahmasbi, übersetzt aus dem Persischen von Mehrad Zaeri, handelt von einem Mädchen, dessen Mutter stirbt und die darauf diesen Schmerz mit sich herum trägt.
Was mir mit als erstes aufgefallen ist, ist dass wir -als Lesende- kaum Informationen über das Leben der Figuren erhalten. Da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, ist nicht mal der Name des Mädchens bekannt. Dass es überhaupt ein Mädchen ist, lässt sich nur dem Klappentext entnehmen.
Das Bilderbuch ist sehr einfühlsam gestaltet, in harmonierenden Farben, die zwar dunkel, aber sanft scheinen. Oft ist der einzige Farbfleck im Bild, die Figur des Mädchens und die wenigen Dinge, die sie unmittelbar betreffen. Im Laufe der Handlung werden die Illustrationen von immer mehr Farben gefüllt bis sie am Ende geradezu aus den Seiten heraus strahlen.
Die große Handlung des Buches, die auf wenige Sätze verdichtet wurde, gefällt mir sehr. Die einfühlsame Direktheit nimmt der Geschichte nicht ihren Schmerz, macht ihn aber verdaulich.
Dass das Fehlen als großer, hellgrauer Blob dargestellt wird, gefiel mir sehr. Genauso wie die Covergestaltung, die ein Fehlen darstellt.
Was ich nicht sehr gut fand, ist, dass der Klappentext länger ist, als der Text des Buches. Ich finde diese Erklärung zu lang und sie nimmt dem Buch die Möglichkeit für sich allein zu stehen und keine Erklärung zu benötigen. Ob das allerdings eine Entscheidung des Verlages, Übersetzers, oder sonst jemanden gewesen ist, kann ich nicht beurteilen.
Die Zielgruppe dieser Geschichte ist sehr groß, denn obwohl es sich um ein kleines Mädchen handelt, kann jede*r etwas daraus mitnehmen.