Der Junge aus der letzten Reihe
Der Junge aus der letzten Reihe
22. Juli 2020
von Kalle
5 Sterne
Kalle Jahrgang 2007 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

In Alexas Klasse gibt es einen leeren Platz. Ganz hinten, In der letzten Reihe. Doch kurz vor den Ferien kommt ein neuer Junge in die Klasse und nimmt diesen Platz ein. Ahmet heißt er. Alexa fallen sofort seine großen grauen Augen auf. "Löwenaugen" nennt sie sie. Alexa und ihre Freunde Tom, Josie und Michael beschließen das sie sich mit Ahmet anfreunden wollen. Doch Ahmet spricht kein Englisch. Jeden Tag nach der Schule schenken sie ihm Süßigkeiten um Vertrauen aufzubauen. Schließlich taut der Junge immer mehr auf und beginnt sogar mit den Kindern Fussball zu spielen. Aber nicht alle Kinder sind ihm wohlgesonnen. Der obergemeine Mobber Brendan-der-Quälgeist macht ihm das Leben schwer. Als Ahmet zum Schuljahresende einen Vortrag über seine Flucht aus Syrien nach Europa hält, erfahren die Kinder, dass Ahmet seine Familie zurücklassen musste. Alexa ist entschlossen. Sie will Ahmet bei der Suche nach seinen Eltern helfen. Das England in zwei Wochen seine Grenzen schließen will, erfährt die 9-jährige ganz zufällig im Bus. Sie ist entsetzt. Wieso sollte man diesen Menschen in Not die Sicherheit ihres Landes verwähren und außerdem: wie soll Ahmet jemals seine Eltern wiedersehen? 

Das Buch steckt voller Emotionen. Ich habe geweint, gelacht, gehasst und mitgefiebert. Der Autorin ist es perfekt gelungen, aus der Ich-Perspektive eines 9-jährigen Mädchens zuschreiben. Der Erzählton ist so wunderbar kindlich-naiv. Auch wenn die Zielgruppe sich eher an Kinder richtet, ist es für Jugendliche und Erwachsene ebenfalls absolut lesenswert. Besonders interessant fand ich auch, dass man erst gegen Ende und nur ein einziges Mal erfährt wie unsere Protagonistin eigentlich heißt. Das Buch hat mich von der ersten Seite an verzaubert und bis zur letzten Zeiten nicht nachgelassen.

Das Buch erschien am 21. Februar 2020 im Atrium Verlag und ist das Debüt von Onjali Q. Rauf.

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