Der Tag, an dem das Glück im Papierkorb lag
Der Tag, an dem das Glück im Papierkorb lag
27. Juni 2010
von Bona, Léa
Ø 3,5 Sterne
Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

Da! Genau vor ihm sitzt seine absolute Traumfrau. Sandra Bullock in jung.
Simon ist mit seinem besten Freund Moritz in einem Eiscafé, als sie plötzlich auftaucht, sich an den Nachbartisch setzt und anfängt zu schreiben. Als sie geht, wirft sie die beschriebenen Zettel in den Papierkorb und Simon holt sie wieder heraus und liest sie. Das, was auf den Zetteln steht, lässt ihn nicht mehr los, genauso wenig, wie SIE. Eine abenteuerliche Suche beginnt, auf der Simon sich als Mädchen verkleidet, beinahe eine Bank überfällt und bei einem Schreibwettbewerb mitmacht, obwohl er gar nicht schreiben kann, nur um SIE wiederzusehen.

Blitze zucken. Die Spannung springt über. Von einer Sekunde auf die andere steht Simon komplett unter Strom. Starkstrom. Es summt, knistert und brizzelt wie verrückt in seinem ganzen Körper. Wahrscheinlich stehen seine Haare jetzt vom Kopf ab und sein Gesicht flackert wie eine Glühbirne kurz vor dem Durchbrennen. Er kommt sich vor wie eine Comicfigur, die mit feuchten Fingern in eine Steckdose geraten ist.
ACHTUNG! HOCHSPANNUNG! LEBENSGEFAHR!
Die Hitze steigt in ihm hoch. Sein Blut kommt in Wallung. Gleich wird es den Siedepunkt erreicht haben, gleich wird es ihn auseinanderreißen.

Ein Buch zum Schmunzeln für einen unterhaltsamen Nachmittag. Simon hat eine unglaubliche, verrückte Fantasie, durch die es unmöglich wird, das Buch als langweilig zu empfinden. Eine gute Mischung aus Liebe, Durchgeknalltsein, Witz und schicksalhaften Ereignissen.

hat 4 Sterne vergeben

Da sitzt sie. Simon erkennt in ihr gleich seine Traumfrau. Nur leider traut er sich nicht, sie anzusprechen.
Sie steht auf und verlässt das Café. Chance vertan… Oder vielleicht doch nicht!? Was hat sie denn gerade in den Papierkorb geworfen? Das ist Simons Chance, sie wieder zu sehen. Er fischt den Zettel aus dem Papierkorb und ein Abenteuer beginnt… Auf dem Zettel steht eine Geschichte aus der Hand seiner Traumfrau. Er beschließt, mit dieser Geschichte an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen. Er weiß noch nicht, wie schwer das sein wird, denn dieser ist eigentlich nur für Mädchen gedacht.

Auszug aus Der Tag an dem das Glück im Papierkorb lag:
„Hä?“, Simon dreht sich um. Vor ihm steht grinsend der Kellner mit seinem dunklen gegelten Haar.
„Haben wir nicht eine Kleinigkeit vergessen?“, fragt er in einem arroganten Ton. „Vergessen? Nö!“ Simon glaubt es nicht. Was will der Kerl von ihm? Er hat jetzt keine Zeit für überflüssige Plaudereien. Er muss das Mädchen im Blick behalten. Sie hat die Haltestelle erreicht. „Ganz sicher?“
„Logisch, was soll ich denn vergessen haben?“
„Da sprach der Scheich zum Emir: Jetzt zahlen wir und dann gehen wir. Der Emir sprach zum Scheich: Zahlen wir später, gehen wir gleich!“
„Was ist los?“ Spinnt der? Jetzt fängt der auch noch an Gedichte vorzutragen.
„Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Hier ist es durchaus üblich, sich nach der Gesamtsumme seiner Verbindlichkeiten zu erkundigen und die auch zu begleichen, bevor man geht.“
Ach ja, daran hatte er gar nicht mehr gedacht. Wie peinlich. „Oh sorry, ich hatte …“
„… nur Augen für sie“, ergänzte der Kellner[…]

Das Buch ist witzig geschrieben. Besonders über die tagtraumähnlichen Gedanken von Simon muss man oft lachen. Die Geschichte ist originell, aber vielleicht etwas unrealistisch. Doch ich finde, dass es das ist, was dieses Buch so gut macht. Es hat Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, auch wenn man sich am Anfang gefragt hat, was das überhaupt für ein Buch ist.

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