Die Kanzlerin - Eine Fiktion
12. April 2019
von Jan
5 Sterne
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Nach langen Jahren des Regierens wird die Kanzlerin auf einmal müde.

Aber wie ist es möglich ein Land zu regieren, wenn einem sogar das morgendliche Aufstehen Mühe bereitet? Wenn man bei Besuchen in Flüchtlingsheimen nichts als Angst vor rechten Demonstranten hat? Wenn jede Lagebesprechung eine Qual ist und die Mitarbeiter nach der Aufforderung „Sich mal ein bisschen kreativ auszutoben“ den ganzen Nachmittag verwirrt vor sich hin brainstormen?

Angela Merkel versucht, ihren Alltag umzukrempeln und die ganze Politik mal ein bisschen lockerer anzugehen, etwas optimistischer. An die Stelle von dicken Aktenmappe zur Recherche tritt “Wir schaffen das“; statt langen Verhandlungen bekommt der Bayrische Ministerpräsident nur noch ein „Das wird schon, Horst“ zu hören und Reden schreiben sich viel besser bei Mozart und Rotwein.

Doch das Glück währt nicht ewig, CSU-Kommunalpolitiker beschweren sich über die offenen Grenzen, die Presse lässt keine Ruhe und dann die Jährliche Tristan-und-Isolde-Pflichtvorführung, bloß, weil sie Wagner irgendwann ihren Lieblingskomponisten genannt hat, um innerparteiliche Feinde ruhigzustellen…

So geht es das ganze Buch „Die Kanzlerin – Eine Fiktion“ von Konstantin Richter hoch und runter mit den Launen und dem Erfolg der Bundeskanzlerin. Auf diese Weise liest sich das Buch keineswegs heiter und leicht, sondern mutet eher wie eine klassische Tragikomödie an, in der Merkel, wie der Klappentext verspricht, als eine „Figur von Shakespeareschem Format lebendig wird“.

Trotzdem liest sich das Buch überraschend leicht und es ist einfacher, sich in Merkel hineinzuversetzen, als man normalerweise annehmen würde.

Diese Vielseitigkeit macht das Buch zu einem wirklich Lesenswerten Werk.

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