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Die Rebellion der Maddie Freeman
28. Januar 2010
von Fee
5 Sterne
Fee Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

„Das Leben ist zu kurz, um vielleicht zu sagen.“

Das Leben der Menschen findet im Jahre 2060 nur noch online statt.  Schule, Freizeitaktivitäten sogar Verabredungen werden im Internet, in  sozialen Netzwerken, ausgeführt und die Menschen gehen selten noch aus  dem Haus.
Die 17-jährige Maddie wächst in den USA scheinbar in sehr guten  Verhältnissen auf, da ihr Vater Gründer der „Digital School“ ist. Sie  führt ein beschauliches Leben, aber Maddie hat eine rebellische Ader.  Als sie mit 15 die Daten vom Computer ihres Vaters an Rebellen verkauft,  schwebt ihre Familie in Gefahr, doch Maddie  kommt nochmal mit Hausarrest davon. Daraufhin beginnt ihr Vater die  totale Kontrolle über alle ihre Aktivitäten zu übernehmen, sie zu  überwachen und liest sogar ihre persönlichsten  Aufzeichnungen.
Nachdem sie Justin kennenlernt, verändert sich alles. Er ist ein Rebell  und kämpft gegen das Regime ihre Vaters, denn für ihn ist nur das Leben  offline das wahre Leben. Er wehrt sich gegen die Welt der Anynomisierung  und lässt Maddie eine völlig neue Welt kennenlernen. Die wirkliche Welt  außerhalb ihres Computers.


„Wissen ist manchmal schmerzhaft, weil man sich nicht länger abwenden  kann, auch wenn man sich lieber blind stellen würde. Schließlich ist es  viel einfacher etwas zu ignorieren, mit dem man sich nicht beschäftigen  will, als sich damit auseinanderzusetzen.“

Das Leben in der Zukunft mit schlechtem Ausgang, eine Dystopie, habe  ich in letzter Zeit häufiger gelesen, doch die Rebellion der Maddie  Freeman sticht unter den anderen Büchern besonders wegen des brisanten  Themas- Leben im sozialen Netzwerk- und der damit verbundenen  Wirklichkeitsnähe sehr heraus. Die Menschen gehen nicht mehr aus dem  Haus, bekommen sogar ihr exakt abgestimmtes Essen nach Hause geliefert,  Bäume gibt es nicht mehr und die Tierwelt ist größtenteils ausgerottet.  Ist es glaubhaft, dass die Gesellschaft sich in diese Richtung  entwickelt?
Meiner Meinung nach schon und gerade deswegen finde ich es besonders spannend wie die Autorin diese Idee umgesetzt hat.
Dass Maddie, die als „Kronprinzessin der Digital School“ lebt, später in  einen Interessenkonflikt zwischen Familie und Freund, zwischen  Kontrolle und Freiheit, zwischen Wahrheit und Illusion gerät, ist  natürlich vorprogrammiert und mitreißend brisant.
Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Justin und Maddie entwickelt,  ist dabei aber nicht das Hauptthema, sondern setzt einen gewissen Akzent  auf das, was das Buch ausmacht.

Schockierend. Packend. Realitätsnah.

„Dabei ist der Sinn des Lebens doch, Momente wie diesen  zu erfahren“, sagte er und hielt seine geöffneten Hände dem  Sonnenuntergang entgegen, als könnte er ihn damit festhalten.“ 

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