Goldene Zeiten im Gepäck
Goldene Zeiten im Gepäck
20. April 2020
von Anna
5 Sterne
Anna Jahrgang 2001 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

„Glaubst du, man kann sich selbst verlieren und dann wiederfinden?“

„Ich glaub sogar, dass es so sein muss“

Karla weiß nicht so recht, was sie mit sich und ihrem Leben anfangen soll, alles ist irgendwie leer und einsam. Das einzige halbwegs Gute ist der Kontakt mit den alten Menschen im Altersheim bis Frau Kaiser auf die Idee kommt sie zu erpressen. Wenn Karla sie nicht dahin fährt, wo sie es anordnet, verrät sie, dass Karla heimlich mit Marijuana im Heim dealt.

Also befindet sich Karla kurze Zeit später sehr unfreiwillig in ihrem kleinen alten Renault auf einem Roadtrip in Richtung Elisabeth Kaisers Vergangenheit. Denn die war 1959 Olympiasiegerin im Schwimmen und wartet seitdem nun schon 60 Jahre darauf die Liebe ihres Lebens wiederzufinden.

Eine Geschichte wie Pfleger und Fremde zu Enkeln werden, wie man herausfindet, was man wirklich will und davon, dass man dem Leben manchmal einfach nur ein wenig Vertrauen schenken muss.

Zuerst einmal liebe ich es, dass das Buch in zwei Ansichten geschrieben ist und zwar einmal aus der von Frau Kaiser und Karla in der Gegenwart und einmal aus der Sicht von der jungen Elisabeth 1959 bei der Olympiade in Melbourne. Es kommt unglaublich authentisch rüber, in welcher Zeit man sich befindet, allein schon durch die Sprache, die Ausdrücke und das Verhalten der einzelnen Personen.

Immer mal wieder findet man einzelne eigene Vorlieben der Autorin darunter, was zeigt, dass sie auch viel von sich hineingesteckt hat.

Es rührt einen total die Geschichte mitzuerleben und gleichzeitig zu sehen, was für tolle Menschen das sind, besonders Frau Kaiser hätte ich sehr gerne selbst gekannt.

Wie schon von Adriana Popescu gewohnt, ist es ein wunderschön poetisches Buch + Roadtrip, dieses Mal nach Rumänien.

Man kann es am Ende nicht auf eine Emotion festlegen, man kann nicht sagen, ob es fröhlich oder traurig ist, denn es ist alles zusammen durcheinander in einem nie langweilig werdenden Wechsel so wie das Leben es auch ist.

Diese Geschichte ist nicht schwarz/weiß, sie ist wunderbar „sommerbunt“.

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