Keturah - Gefährtin des Todes
18. November 2010
von Freya
2 Sterne
Freya Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 2 Sterne vergeben

„Das Ende der Geschichte kann ich nicht erzählen.“
„Du kannst es nicht?“

Keturah begegnet dem Tod. Sie hat sich im Wald verlaufen, weiß nicht  mehr, wo sie ist. Doch sterben will sie nicht. Sie erzählt dem Tod eine  Geschichte, eine Geschichte über die einzige und ewige Liebe. Und sie  geht mit dem Tod einen Pakt ein. Wenn sie es schafft, innerhalb eines  Tages diese wahre Liebe zu finden, wird der Tod sie verschonen. Doch  wird Kerutah es schaffen, den Richtigen zu finden?

„Das Ende der Geschichte kann ich nicht erzählen.“
„Du kannst es nicht?“
„Ich will nicht- nicht vor morgen. Lass mich leben, Herr“, flehte ich, „morgen will ich Euch das Ende erzählen. “
(…) Gevatter Tod war vollkommen still. Sein Gesichtsausdruck wandelte sich von Ungläubigkeit zu erstauenen.
„Soll das heißen, du willst mir nicht erzählen, wie es weitergeht?“
„Bringt mich nach Hause, und ich schwöre, ich werde morgen zu Euch in  den Wald kommen und den Rest der Geschichte erzählen. Nur lasst mich  noch diesen einen Tag leben.“
Der Wind ergriff seinen Umhang, und selbst die Schatten um ihn herum  erhoben sich. „Du überschätzt die Liebe.“, sagte er. „Die Liebe ist  nichts als ein Märchen, gesponnen aus Staub und Träumen, ohne Gehalt.  Doch ich möchte das Ende hören, und ehrlich gestanden hoffe ich, dass du  mir wirklich eine Liebe zeigen kannst, die größer ist, als der Tod.(…)“

Es ist immer Schade, wenn der Titel eines Buches bereits die gesamte  Geschichte erzählt. Wo bleibt da der Platz für eigene Spekulationen?

Auch wenn Kethura wie ein Märchen beginnt – eine mystische Kulisse,  eine alte, wortreiche Sprache und klassische Rollenverteilungen –  verliert es schon bald jeglichen Anreiz. Die Personen verhalten sich  unverständlich, die Zeit vergeht holprig, mal zu sehr in die Länge  gezogen, mal viel zu kurz. Man verliert den Überblick – und das in einem  Buch mit knapp 250 Seiten. 

Der Märchen-Schreibstil wirkt nach einiger Zeit zu unpersönlich und naiv.
Erst am Ende wird das Buch wieder interessanter, fast sogar philosophisch, aber das ist ein wenig zu spät.

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