Lucian
Lucian
05. November 2009
von Nathalie
5 Sterne
hat 5 Sterne vergeben

Lucian erschien 2009 im Arena - Verlag und wurde von Isabel Abedi geschrieben.

Es geht um die 16-jährige Rebecca, die mit ihrer Mutter Janne und ihrer Zweitmutter Spatz in Hamburg wohnt. Eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen: Sie hat eine beste Freundin und einen Ex-Freund, der jetzt ihr bester Freund ist; sie mag ihre Stiefmutter nicht und hasst den Englischunterricht. Aber einen Abend ändert sich das. Es fühlte sich plötzlich an, als hätte jemand ihr ein Härchen mit einer Pinzette ausgezupft. Und am selben Abend steht ein Fremder unter der Laterne vor ihrem Fenster, ein Junge in kaputten schwarzen Sachen. Plötzlich verschwindet der Schmerz, den sie bis dahin gespürt hatte. Sie fühlt sich bei ihm zu Hause. Die beiden begegnen sich immer wieder, aber als Rebecca ihn fragt, wie er heißt, rückt er nur zögernd mit der Sprache raus: er weiß nicht, wer er ist, aber auch er fühlt sich bei ihr zu Hause und spürt denselben Schmerz, wenn sie getrennt sind. Doch das macht Rebecca keine Angst. Sie nennt ihn Lucian, denn den Namen hat er sich selbst gegeben. Rebecca rät ihm, sich jemandem anzuvertrauen, der von solchen Sachen wie Amnesie Ahnung hat. Lucian hört tatsächlich auf sie, doch Rebecca hat keine Ahnung, wie nah ihr diese Person steht...

Ausschnitt aus Lucian:
"Du hast was verloren."
Die Stimme war irgendwo links neben meinem Ohr und ich erkannte sie sofort.
Kein Zufall, schrie es in mir. Kein Zufall.
Ich drehte mich um, sehr langsam. Hinter mir stand der Fremde. Auf seiner ausgestreckten Handfläche lad mein roter iPod shuffle, der bis eben noch an meiner Jacke geklemmt hatte. Ich brachte kein Wort über die Lippen. Als ich nach dem iPod griff, zitterten meine Finger. Irgendetwas an der Handfläche des Jungen kam mir eigenartig vor. Aber er hatte seine Finger schon zurückgezogen.
Ich umschloss meinen iPod. Ich spürte das Klopfen meines Pulses, aber in meiner Brust war wieder dieses andere Gefühl, das so schwer zu beschreiben war. Etwas in mir kam zur Ruhe, obwohl die Worte wie ein Wirbelsturm durch meinen Kopf fegten.

Seit Rebecca Lucian kennt verändert sie sich, und auch ihre Freunde und ihre Familie verändern sich. Denn schließlich ist Lucian ein Wildfremder, noch dazu ohne Gedächtnis. Auch er selber weiß nicht, ob er nicht vielleicht böse ist...

Lucian ist einfach wunderschön geschrieben. Besonders die Zeit in Los Angeles ist wirklich herzzerreißend, aber nicht auf die schnulzige Art. Das ganze Chaos der Gefühle ist wirklich sehr gut beschrieben und ebenfalls gut nachvollziehbar.

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