Nichts ist so perfekt wie das Leben
Nichts ist so perfekt wie das Leben
23. Oktober 2014
von Freya
4 Sterne
Freya Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Shannon, Shannon, Shannon.
Ihr ganzes Leben lang schon wird Summer mit ihrer älteren Schwester verglichen.
Shannon, die alle Begabtenkurse der Schule belegte.
Shannon, die an jedem nur möglichen sozialen Projekt teilnahm.
Shannon, die hübsche, sportliche, perfekte Shannon.

Dabei Summer hat ihre Schwester nie kennengelernt. Sie starb bei einem Autounfall vor ihrer Geburt.

So versucht Summer bloß, das komplette Gegenteil von der Shannon zu sein, die sie aus den Familiengeschichten kennt, um dem Erwartungsdruck ihrer Mutter entgegen zu stehen. Doch dann erhält sie das Tagebuch, dass Shannon in den Monaten vor ihrem Tod schrieb. Plötzlich ist sie nicht mehr nur die Engelsgestalt, die Summer kennt. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Gibs entdeckt sie, was tatsächlich in den letzten Monaten ihrer Schwester vorgefallen ist.

Es ist großartig, mal wieder ein Jugendbuch, genauer ein Buch, dass wohl eher an die weibliche Leserschaft gerichtet ist, zu lesen, dass so herrlich natürlich und schnörkellos erzählt. Keine pseudoromantische Sülze versteckt sich hinter dem Roman mit Bandwurmtitel. Vielmehr erzählt hier ein in all ihrer Ungehobeltheit sympathisches Mädchen von ihrer Familie, ihrem Streben nach Achtung und Wahrheit.

Summer und Gibs sind tatsächliche Charaktere. Christine Huxley Deriso nimmt ihre Hauptpersonen, aber auch kleiner Randfiguren, ernst und gibt ihnen Platz für Individualität und realistischer Persönlichkeit. In ihrer Handlung spielt die Autorin mit Bitterkeit und Lebensfreude. Mühelos springt sie zwischen leichter Genusslektüre und sehr nachdenklichen Passagen hin und her. So ist das Lesen wirklich eine Freude.

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