Noir
Noir
18. September 2014
von Hanna, Hanna
Ø 3 Sterne
Hanna Jahrgang 1997 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

„Nino hörte die Worte, aber sie erreichten ihn nicht richtig. Es klang einfach zu bizarr. „Man muss die Wälle der Vernunft erst niederreißen und die Gefahr eingehen, sich zu täuschen, bevor Wunder stattfinden können“, sagte Jean Orin behutsam, als spürte er, was in ihm vorging. „Was meinen sie damit?“ Er legte seine vernarbten Daumen- und Zeigefingerkuppen aneinander. „Eine Seele ist ein Tropfen des unendlichen Lebens, ja? Obwohl jede Seele Teil der Unendlichkeit ist und rückwirkend die Unendlichkeit in sich birgt, musst du sie dir wie eine Flüssigkeit vorstellen, die verschiedene Formen ausfüllt. Diese Formen sind unser Schicksal hier im Diesseits.“

Nino Sorokin ist dabei, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Seitdem sieht er nicht nur den Tod anderer Menschen voraus, sondern auch seinen eigenen. Er weiß, dass seine Zeit bald gekommen ist, und beginnt nach einem Weg zu suchen, sein Schicksal zu ändern. Seine Suche führt ihn über Partys, Drogen und Geisterbeschwörungen zu Monsieur Samedi, der im Gegensatz zu allen anderen zu verstehen scheint, wie es Nino geht, und ihm anbietet, ihm zu helfen. In seinen Diensten steht die geheimnisvolle Noir, deren Zukunft für ihn ein Rätsel ist, und die Nino unbedingt näher kennen lernen möchte. Doch je mehr er über Noir und ihre Vergangenheit erfährt, desto klarer wird, dass Monsieur Samedi ihm nicht helfen wird, ohne dass Nino das Wertvollste verliert, was ihm bleibt – seine Seele.

Als mir auffiel, dass ich ein Buch von Jenny-Mai Nuyen versäumt hatte zu lesen, war ich sofort Feuer und Flamme. Sie ist eine wunderbare Autorin – gerade im Bereich der Fantasy – und auch dieses Mal hat sie mich vom Schreibstil her keineswegs enttäuscht. Das Buch ist allerdings so aufgebaut, dass es vor jedem Kapitel meistens ein „Mini-Extra-Kapitel“ gibt, das in der Gegenwart spielt – der Rest des Buches ist also eine Art Rückschau. Dieses „Mini-Extra-Kapitel“ ist im Präsens geschrieben und darin gibt es wenig bis gar keine Handlung . Eigentlich spricht Nino die ganze Zeit nur von Noir… das fand ich meistens nur sehr verwirrend und gewöhnungsbedürftig.

Die Charaktere selbst sind – wie immer bei Jenny-Mai Nuyen – wunderbar dargestellt, sodass man ein genaues Bild von ihnen hat und sie sich sehr gut vorstellen kann. Die Idee der Handlung gefiel mir vom Klappentext her auch sehr gut, allerdings wird darin mit keiner Silbe erwähnt, dass die Hauptfiguren und auch ein Großteil der Nebenfiguren dauerhaft auf Drogen sind: „STYX“ heißt das Wundermittel. Damit könne man direkt auf der Schwelle zum Jenseits zu wandeln und die Geisterbeschwörungen, die gefühlt 90% der ganzen Handlung ausmachen, seien sehr erfolgsversprechend. Im Endeffekt gibt es einfach sehr viel Buch für wenig Handlung und das Einzige, was einen dazu ermutigt weiterzulesen, ist die Tatsache, WIE es geschrieben wurde und nicht WAS geschrieben wurde.

Ich war also im Nachhinein relativ enttäuscht von diesem überraschend alten (2012) Buch von einer Autorin, die mir so lieb ist, und hoffe, dass sie sich in einem Nächsten Buch wieder rein der Fantasie widmet, denn das liegt ihr in meinen Augen am besten. (siehe Nijura – das Erbe der Elfenkrone)

Hanna Jahrgang 1997 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

„Nino hörte die Worte, aber sie erreichten ihn nicht richtig. Es klang einfach zu bizarr. „Man muss die Wälle der Vernunft erst niederreißen und die Gefahr eingehen, sich zu täuschen, bevor Wunder stattfinden können“, sagte Jean Orin behutsam, als spürte er, was in ihm vorging. „Was meinen sie damit?“ Er legte seine vernarbten Daumen- und Zeigefingerkuppen aneinander. „Eine Seele ist ein Tropfen des unendlichen Lebens, ja? Obwohl jede Seele Teil der Unendlichkeit ist und rückwirkend die Unendlichkeit in sich birgt, musst du sie dir wie eine Flüssigkeit vorstellen, die verschiedene Formen ausfüllt. Diese Formen sind unser Schicksal hier im Diesseits.“

Nino Sorokin ist dabei, als seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Seitdem sieht er nicht nur den Tod anderer Menschen voraus, sondern auch seinen eigenen. Er weiß, dass seine Zeit bald gekommen ist, und beginnt nach einem Weg zu suchen, sein Schicksal zu ändern. Seine Suche führt ihn über Partys, Drogen und Geisterbeschwörungen zu Monsieur Samedi, der im Gegensatz zu allen anderen zu verstehen scheint, wie es Nino geht, und ihm anbietet, ihm zu helfen. In seinen Diensten steht die geheimnisvolle Noir, deren Zukunft für ihn ein Rätsel ist, und die Nino unbedingt näher kennen lernen möchte. Doch je mehr er über Noir und ihre Vergangenheit erfährt, desto klarer wird, dass Monsieur Samedi ihm nicht helfen wird, ohne dass Nino das Wertvollste verliert, was ihm bleibt – seine Seele.

Als mir auffiel, dass ich ein Buch von Jenny-Mai Nuyen versäumt hatte zu lesen, war ich sofort Feuer und Flamme. Sie ist eine wunderbare Autorin – gerade im Bereich der Fantasy – und auch dieses Mal hat sie mich vom Schreibstil her keineswegs enttäuscht. Das Buch ist allerdings so aufgebaut, dass es vor jedem Kapitel meistens ein „Mini-Extra-Kapitel“ gibt, das in der Gegenwart spielt – der Rest des Buches ist also eine Art Rückschau. Dieses „Mini-Extra-Kapitel“ ist im Präsens geschrieben und darin gibt es wenig bis gar keine Handlung . Eigentlich spricht Nino die ganze Zeit nur von Noir… das fand ich meistens nur sehr verwirrend und gewöhnungsbedürftig.

Die Charaktere selbst sind – wie immer bei Jenny-Mai Nuyen – wunderbar dargestellt, sodass man ein genaues Bild von ihnen hat und sie sich sehr gut vorstellen kann. Die Idee der Handlung gefiel mir vom Klappentext her auch sehr gut, allerdings wird darin mit keiner Silbe erwähnt, dass die Hauptfiguren und auch ein Großteil der Nebenfiguren dauerhaft auf Drogen sind: „STYX“ heißt das Wundermittel. Damit könne man direkt auf der Schwelle zum Jenseits zu wandeln und die Geisterbeschwörungen, die gefühlt 90% der ganzen Handlung ausmachen, seien sehr erfolgsversprechend. Im Endeffekt gibt es einfach sehr viel Buch für wenig Handlung und das Einzige, was einen dazu ermutigt weiterzulesen, ist die Tatsache, WIE es geschrieben wurde und nicht WAS geschrieben wurde.

Ich war also im Nachhinein relativ enttäuscht von diesem überraschend alten (2012) Buch von einer Autorin, die mir so lieb ist, und hoffe, dass sie sich in einem Nächsten Buch wieder rein der Fantasie widmet, denn das liegt ihr in meinen Augen am besten. (siehe Nijura – das Erbe der Elfenkrone)

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