Requiem
Requiem
06. April 2014
von Estelle
4 Sterne
Estelle Jahrgang 1997 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Plötzlich gibt es einfach nicht mehr genug Lampen, um die Schatten zu vertreiben, die jetzt häufig bei uns auftauchen, die Schatten anderer Menschen und anderer Leben, die an die Wildnis verloren gegangen sind, an diesen Kampf, an diese zweigeteilte Welt.“

Im dritten und letzten Band der Amor-Trilogie kämpft Lena noch immer um ihr Überleben in der Wildnis. Komplizierter wird alles dadurch, dass der totgeglaubte Alex wieder aufgetaucht ist und sie sich nun zwischen ihm und Julian entscheiden muss. Außerdem wird der Druck der Regierung auf die Invaliden immer größer, sie kann nicht weiter über diese hinwegschauen und fängt an, sich für einen großen Vernichtungsschlag zu rüsten.
Unterdessen bereitet sich Lenas ehemals beste Freundin Hana auf die Hochzeit mit dem zukünftigen Bürgermeister Fred Hargrove vor. Doch nach ihrer Heilung ist nicht alles so, wie es sein sollte. Sie beginnt zu verstehen, dass die Regierung und vor allem ihr Zukünftiger gefährlich sind.

Der Roman ist immer abwechselnd aus Lenas und aus Hanas Sicht geschrieben, was es zuerst schwierig macht, in die Geschichte wieder reinzukommen. Sobald das aber gelungen ist, sind beide Erzählstränge voller packender Gefühle und actionreichen Szenen.
Lauren Oliver schafft es wieder einmal in ihrer beschreibenden Erzählweise dem Leser Bilder von wunderschönen Landschaften, grausamen Kulissen oder den zerstörerischen Explosionen des Krieges aufzudrängen. Man ist nicht nur dabei sondern mittendrin. Einige Sätze von ihr hinterlassen den Leser nachdenklich und sind schon von ziemlich philosophischer Natur. So prägt ein Gedanke sich besonders ein: „Freiheit ist anstrengend.“

Einzig Lenas ständige Zerrissenheit zwischen Alex und Julian kann einem auf die Dauer leicht auf die Nerven gehen, weil es so manchmal scheint, als gäbe es für sie in dem ganzen Chaos und Elend in der Wildnis nur eine Entscheidungsfrage, die sich ganz schön hinzieht. Am Ende wird dieses langatmige Gefühlschaos aber glücklicherweise wieder von ernsteren und spannenderen Handlungen abgelöst, sodass es zu einem fulminanten Abschluss der Trilogie kommt, mit hoffnungsvollen Aussichten aber auch offenen Fragen und der klaren Erkenntnis, dass nach einer Rebellion keinesfalls alles rosig ist.

Alles in allem sollten Fans von Lauren Oliver und ihrer Amor-Trilogie dieses dritte Buch also nicht verpassen. Anderen neugierigen Lesern ist zu empfehlen, erst die vorherigen Bücher zu lesen, andernfalls ist die Handlung wahrscheinlich schwer verständlich.

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