Splitterherz
Splitterherz
24. Juni 2010
von Bona
4 Sterne
Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Elisabeth Sturm zieht unfreiwillig mit ihren Eltern von Köln in das  kleine Dorf Kaulenfeld mitten im Nirgendwo. Sie ist gezwungen, ihre  besten Freundinnen Jenny und Nicole zu verlassen, ebenso wie Grischa,  für den sie schon so lange schwärmt und den sie sich nie getraut hatte,  anzusprechen.
In der neuen Schule wird sie als „Großstadtpflanze“ abgestempelt und  schafft es einfach nicht, sich einzuleben. Doch dann taucht plötzlich  Colin auf. Colin Jeremiah Blackburn, der unheimlich attraktive,  uneinschätzbare, magisch anmutende Junge, der ihr auf beeindruckender  Weise das Leben rettet. Und auf einmal ist  ihr altes Leben in Köln, das von Partys und Zwängen geprägt war, nicht  mehr wichtig. Colin hilft ihr, wieder zu sich selbst zurück zu finden,  doch zu welchem Preis? Denn Colin ist gefährlich und es hat etwas mit  ihren Träumen zu tun…

Ausschnitt aus Splitterherz:
„Schau mich mal an“, bat er mich nach einer Weile.
Ich hatte mir gerade lautstark die Nase geputzt und ich musste grässlich  aussehen. Aber was änderte es schon. Mein Leben war ein außerordentlich  bizarrer Trümmerhaufen, dessen Einzelteile mir niemand  zufriedenstellend erklären konnte. Wie vorhin folgte Colin fasziniert  dem Lauf meiner Tränen, die langsam versiegten. Behutsam fing er eine  mit dem Zeigefinger auf und leckte sie ab. (…)
„Halt still“, sagte er.
Ich gehorchte, ohne zu atmen. Langsam beugte er sich vor und begann,  eine Träne nach der anderen von meinem Gesicht zu – ja, zu essen? Konnte  man das sagen? Ein Lecken jedenfalls war es nicht und ein Küssen auch  nicht. Er klaubte sie sich mit der Zungenspitze sacht von meinen Wangen;  ein Gefühl, als würde die Feder eines Kolibris meine Haut streifen.  Kühl und leicht.

Eine wunderschöne Liebesgeschichte, in die man sanft eintaucht und  sich bedingungslos verliert, ohne je wieder zur Oberfläche zurück zu  wollen. Schon nach den ersten Sätzen wird klar, dass man ein gutes Buch  vor sich liegen hat und mit jeder Seite, die man weiterblättert,  verstärkt sich dieses Gefühl. Bettina Belitz entführt ihre Leser in eine  magische, sowie romantische Welt, in der neben der ersten, wahren Liebe  auch die Themen Selbstfindung und gesellschaftlichen Zwängen behandelt  werden. Dem Roman fehlt es weder an Witz und gutem Schreibstil, noch an  Individualität. Eine Geschichte, die einfach fantastisch und bezaubernd,  aber zugleich auch düster und wild ist.

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