Als ich im November Bianca Wege interviewte, sagte sie mir, ich soll unbedingt "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen gelesen haben. Da auch die Hauptfigur aus einem von Bianca Weges Büchern diesen Roman aus dem frühen 19. Jahrhundert sehr gerne und oft liest, mir diese Figur sehr sympathisch war, und "Stolz und Vorurteil" sehr bekannt ist, wollte ich das sowieso einmal tun.
In Stolz und Vorurteil geht es um eine Familie aus dem niederen Adel mit 5 Töchtern, die Bennets. Die Lebensaufgabe der Mutter besteht darin, ihre Töchter mit möglichst reichen Männern zu verheiraten, obwohl die Familie selbst relativ wenig Geld hat. Doch dann ziehen neue Leute in ihre Nähe: Mr Bingley und Mr Darcy. Und beide sind unverheiratet. Die älteste Tochter Jane verliebt sich auf einem Ball sofort in den warmherzigen und freundlichen Mr Bingley. Mr Darcy hingegen ist stolz und unnahbar, weswegen ihn die Meisten, darunter auch Elizabeth, die zweitälteste Tochter und Hauptfigur des Romans, nicht besonders mögen. Zudem hat Mr Darcy ein recht schlechtes Bild von Lizzy's Familie. Außerdem maßregelt sie Lydia nie, da sie ihr Lieblingskind ist. Lediglich Jane, Elizabeth und Mr Bennet, der Vater, sind gebildet und vernünftig. Doch auch Lizzy hat Vorurteile Mr Darcy gegenüber. Dann erhält Lizzy einen Heiratsantrag, den sie jedoch ablehnt, obwohl er ihre Familie vor der Armut gerettet hätte. Dann erhält sie noch einen zweiten Antrag von Mr Darcy, lehnt diesen jedoch ab, weil sie keine Gefühle für ihn hat. Doch dann trifft sie Mr Darcy auf einer Reise wieder und er wirkt plötzlich ganz verändert. Werden sie ihren Stolz und ihre Vorurteile überwinden können?
Der Roman gefiel mir sehr gut. Am Anfang war es etwas langweilig und man musste sich erst einmal an die Sprache gewöhnen, da diese wie im 19. Jahrhundert ist und deshalb etwas schwer zu verstehen. Außerdem braucht es ein wenig Zeit, bis man in die Handlung hineingefunden hat, da sie recht verzweigt ist und deshalb zunächst etwas schwierig nachzuvollziehen ist. Doch dann war es sehr unterhaltsam und auch lehrreich, weil ich so Einiges über das Leben der Menschen im 19. Jahrhundert erfahren konnte. Außerdem war mir Lizzy sehr sympathisch, da sie immer sich selbst treu bleibt, auch wenn dies nicht im Sinne der Anderen ist. Zum Beispiel hätte sie den Antrag von Mr Collins annehmen können und hätte dadurch dafür gesorgt, dass ihre Familie selbst nach dem Tod des Vaters in ihrem Haus hätte wohnen bleiben können. Elizabeth lehnte ihn aber ab, da sie keine Gefühle für Mr Collins hatte und er ihr zu dumm war. Auch den ersten Antrag von Mr Darcy lehnt sie aus einem ähnlichen Grund ab, obwohl eine Heirat mit ihm sehr geldbringend wäre. Trotzdem überwindet sie ihren Stolz und muss sich am Ende eingestehen, dass sie Mr Darcy gegenüber nicht objektiv gegenüber stand, sondern von ihren Vorurteilen getäuscht wurde.
Schlussendlich konnte ich verstehen, warum Bianca Wege dieses Buch so gerne liest und es mir auch weiterempfohlen hat. Die Hauptcharaktere sind vielschichtig und entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter, sodass man sich gut mit ihnen identifizieren kann.