Unser allerbestes Jahr
Unser allerbestes Jahr
14. November 2010
von Lina
4 Sterne
Lina Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Wenn du die Schule hinschmeißen dürftest, und dafür nur jede Woche drei Filme mit deinem Vater gucken müsstest, würdest du es tun?

Dieses Angebot stellt der Autor seinem Sohn Jesse. Sein Sohn hasst die Schule, und schwänzt mehr Zeit, als er dort verbringt. Deshalb erlaubt sein Vater ihm die Schule abzubrechen. Einzige Bedingung: drei Filme pro Woche, die einzige Bildung, die er ihm bieten kann. Die Angebot nimmt Jesse sofort an. Doch was wird die Zukunft bringen, ohne Schulabschluss und nur Filme als Bildung?

Als ich neulich an einer roten Ampel halten musste, sah ich meinen Sohn aus dem Kino kommen. Er war mit seiner Freundin zusammen. Sie hielt am Jackenärmel fest, ganz vorne und nur mit den Fingerspitzen, und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Ich konnte nicht herausfinden, welchen Film sie gerade gesehen hatten- Die Markise war von einem blühenden Baum verdeckt-, aber mich überkam eine tiefe Wehmut, weil ich an die drei Jahre denken musste, die er und ich, nur wir zwei, damit verbacht hatten, Filme zu sehen, auf der Veranda zu sitzen und zu reden. Eine magische Zeit, wie man sie als Vater so spät im Leben eines Heranwaschenden normalerweise nicht mitbekommt. Inzwischen sehe ich ihn nicht mehr so oft wie früher, aber es waren wunderbare Jahre. Ein Glücksfall, für uns beide.

Drei Jahre, eine spannene und interessante Zeit zwischen Vater und Sohn. Dieses Buch ist ein Tagebuch. Das Tagebuch eines Vaters, sowohl über die Höhen und die Tiefen der Zeit, als auch über die Filme. Filme, die Geschichte geschrieben haben – oder auch nicht. Durch das Lesen lernt man Filme mit anderen Augen zu sehen. Man lernt auf Details zu achten und sie zu genießen. Aber auch zu kritisieren. Würde man den Film wirklich weiter empfehlen? Wer dafür einen spannenden Roman erwartet, wird enttäuscht.
Stattdessen liest man die Geschichte von einem Vater und seinem Sohn aus dem realen Leben. Eigentlich nichts Spektakuläres, aber genug für ein wunderbares Buch. Eine sehr schöne, wahre Geschichte, in der man Filme lieben lernt und zum Nachdenken gebracht wird.

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