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Unter Gauklern
10. Januar 2013
von Balu
3 Sterne
Balu Jahrgang 2009 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

In dem Buch "Unter Gauklern" von Arnulf Zitelmann geht es um den Klosterjungen Martis, der ein Zigeunermädchen namens Linori aus dem Moor rettet und sich dann mit ihr auf die Suche nach ihren Eltern begibt, von denen sie entführt wurde.

Das Buch hat viele unbekannte, mittelalterliche Wörter, was einerseits den Eindruck von Mittelalter erschafft, andererseits allerdings auch schwer zu verstehen ist. Ich frage mich zudem immer noch, was "Püller" heißt. Dann gibt es auch noch die Sprache der Roma, der Zigeuner denen Linori angehört, die man nicht verstehen kann und die auch nicht erklärt werden! Gut wäre ein Teil hinten, in dem man unbekannte Wörter aller Art nachschlagen kann.

Den Spannungsbogen habe ich nicht als solchen empfunden, da es, meiner Meinung, keinen richtigen Höhepunkt in diesem Buch gibt. Es gibt zwar einzelne spannende Stellen, wie Martis' Rettung aus der Gefangenschaft, doch wird die Spannung durch fehlende Beschreibung zunichte gemacht.
Das ganze Buch war sonst durchaus verständlich. Die Handlung war klar und man wurde durch das Buch geführt, wie an einer Hand.
Was die Verständlichkeit allerdings ein wenig abmilderte, war die Gestaltung der Personen. Es waren sehr viele unterschiedliche Figuren, doch waren es so viele, dass man nicht wusste, wer jetzt wer war, oder ob die Figur überhaupt wichtig war! So konnte ich mir auch schwer ein Bild von den Charakteren machen, da sie nicht genau beschrieben waren. Die Figuren waren da, aber ich konnte mir kein Bild von ihnen machen.
Vom historischen Hintergrundfand ich das Buch gut gelungen. Durch die mittelalterliche Sprache, ist eine schöne, alte Welt entstanden, in der man die Figuren und ihre Probleme gut verstanden hat.
Die Schauplatze wechselten hin und her und daher war auch, schöner Weise, eine Landkarte von Regensburg und Umgebung von ins Buch gemacht, was ich als äußerst nützlich empfunden habe, da man sich so gut orientieren konnte. Doch waren es trotzdem viele Orte, sodass man häufig den Überblick verlor.
Der Titel "Unter Gauklern" passte nicht besonders gut zum Buch, denn Martis verbrachte mit Linori nur eine kurze Zeit bei den Spielleuten. Ich hätte mir eher einen Titel vorgestellt, der die Suche nach den Eltern beschreibt, oder so.
Insgesamt empfehle ich das Buch für Leute, die sich für fremde Länder, deren Kultur und für das Mittelalter interessieren. Ich persönlich fand das Buch mittelmäßig. Viele Aspekte fehlten mir, oder wurden nicht ausreichend erfüllt. Ab und zu wurde es sogar langweilig!
Insgesamt finde ich aber, das es zwar kein Spiegelbestseller, aber durchaus lesbar ist, aber nur für die eine Zielgruppe geschrieben ist und nicht für die breite Masse.

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