Waldesruh
Waldesruh
27. April 2009
von Freya
1 Stern
Freya Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 1 Stern vergeben

Als Maries Großmutter stirbt, steht sie unvermittelt vor einem riesigen Problem: Sie und ihre zwei Geschwister hatten nach dem Tod ihrer Eltern bei ihr gelebt und stehen plötzlich ganz alleine da. Zurück ins Heim wollen sie nicht. Also schließen sie gemeinsam mit Maries Freundin Emily einen waghalsigen Plan: Sie wollen versuchen, den Tod der Großmutter niemanden wissen zu lassen und verscharren sie heimlich im Wald. Anfangs scheint auch noch alles gut zu gehen. Marie und ihre Geschwister leben weit abseits eines kleinen Dorfes und die Großmutter war sowieso nie richtig gesellig gewesen.
Doch mit der Zeit müssen sie immer vorsichtiger werden. Lügen häufen sich über Lügen und langsam beginnen die Kinder zu zweifeln, ob der Entschluss tatsächlich der richtige war.

Ausschnitt aus Waldesruh:
Marie hob den Kopf, ein trotziger Ausdruck trat ihr in die Augen. ‚Ich frag mich manchmal sowieso, wozu wir Erwachsene brauchen, die uns dämliche Vorschriften machen. ‘ ‚Wie meinst du das? ‘, fragte Janna. Sie war aschfahl im Gesicht, ihre Wimperntusche war verschmiert. Marie biss sich auf die Lippen. ‚Ich dachte nur, was wäre, wenn niemand von Omas Tod erfahren würde.‘ ‚Wie soll das denn gehen? ‘ ‚Ich meine… Ach, vergiss es‘, erwiderte Marie unwirsch. ‚Nur so ein Gedanke- ein Wunschtraum‘  Janna schwieg einen Moment. Dann sah sie ihre Schwester mit einem merkwürdigen Blick an. ‚Ein Wunschtraum? ‘, fragte sie gedehnt. ‚Vielleicht… Aber vielleicht  auch keine schlechte Idee. Wenn alles so bleibt, wie es ist… ‘ ‚…dann müssen wir nicht ins Heim‘, führte Marie den Satz zu Ende. ‚Wir könnten einfach hier bleiben.‘ Emily blickte von einer zur anderen. ‚Moment mal‘, sagte sie erschrocken. ‚Das meint ihr doch nicht ernst, oder? ‘ Die Schwestern blickten sie stumm an. In diesem Moment sahen sie sich unglaublich ähnlich, beide hochgewachsen und schmal, beide mit der gleichen verzweifelten Entschlossenheit im Blick.

Meiner Meinung nach ist der Ansatz, mit dem das Buch aufgefasst wird, gut. Die Idee ist ungewöhnlich und originell. Allerdings ist sie weniger gut ausgeführt, da die Handlung nicht richtig voran zu kommen scheint. Der Nervenkitzel der anfänglichen Seiten verschwindet mehr und mehr und irgendwie gerät der Tod der Großmutter hinter Partys, erster Liebe und Sommerferien zeitweise in den Hintergrund. Zudem ist die Hauptperson Emily, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, meiner Meinung nach zu passiv. Es mag in ihrer Umgebung einiges geschehen, aber sie wirkt immer ein bisschen abwesend.
Dies ist allerdings nur meine Meinung. Jeder andere sollte sich selbst ein Bild von dem Buch schaffen.

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