Alles Regal

Geht's noch?

Leonie P. aus T. berichtet

Hallo und herzlich Willkommen zum heutigen Blog.

Jede Woche bekommen wir zahlreiche neue Bücher zugeschickt. Aus allen Genres ist immer mal wieder etwas vertreten, die Vielfalt ist groß... glaubt man? Denn wir haben eine doch erschreckende Erkentnis gehabt. 

Für uns sind die Buchercover mit das Entscheidende und Wichtigste, wenn man ein Buch in die Hand nimmt. Es fängt unseren Blick ein (oder auch nicht) und ist doch oft eine Grundlage dafür, ob ein Buch überhaupt in unser Blickfeld gerät oder im vollem Bücherregal untergeht.

Und letztens, als einfach ein paar Bücher auf dem Tisch lagen - zum Lesen bereit - haben wir festellen müssen: Die Cover sind nahezu identisch. Gesichter über Gesichter, nur noch Menschen vor teilweise spannenden Hintergünden. Teilweise ergänzen sich sogar Gesichtshäften von zwei ganz unterschiedlichen Büchern. Hat das noch viel mit Spannung zu tun? Fällt mir so ein "Standard-Cover" überhaupt noch auf und was noch viel wichtiger ist: Werde ich als individueller Leser überhaupt noch ernst genommen oder bin ich nur ein Teil eines "Großen Ganzen", Bestandteil einer Zielgruppe, die laut Umfragen genau diese Motive ansprechend findet?

Wir stellen immer wieder fest, wie unterschiedlich wir alle in der Redaktion sind, wie doch die Geschmäcker auseinander gehen und wie genau das, diese Vielfalt schafft, die wir jede Woche erleben können und ebenso die Möglichkeit auch ganz Neues kennenlernen zu können. Ist es nicht schade, wenn genau diese Möglichkeit der Entfaltung verloren geht, weil man als Individuum nicht mehr zählt, sondern nur noch zu einer Zielgruppe gehört?

Eine Zielgruppe, die aus so vielen unterschiedlichen und spannenden Geschmäckern besteht. Eine Gruppe aus Menschen, die man, unser Meinung nach, nicht über einen Kamm scheren kann. Denn jeder einzelne zählt. Jeder schafft das, was diese Welt der Bücher so unglaublich spannend und mitreißend macht. Und genau dieses Gefühl wollen wir haben, wenn wir ein Buch in die Hand nehmen: Hier wurden sich Gedanken über mich gemacht, mich als Leser und nicht einfach ein Motiv gewählt, dass wahrscheinlich der Zielgruppe gefallen könnte.

Wir haben festgestellt, dass Individualität für uns wichtig ist und finden auch, dass sie wieder wichtiger aufgenommen werden sollte. 

Kreativität statt Langeweile, Individualität statt Mainstream, Vielfalt statt Einfältigkeit. Das ist, wofür wir stehen und woran wir appellieren.

Wie steht ihr zu dem Thema? Fühlt ihr euch ernst genommen oder auch nur als Teil einer großen Gesellschaft viel zu unterschiedlicher Leute? Teilt es uns mit!


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