•                      by Theo
Alles Regal

Tag 61

Lese-Challenge


Rina:

Ich habe mich heute wieder an "ich will kein inmich mehr sein" herangewagt. Nach den Beschreibungen im Buch, wie Birger oftmals verständnislos oder stumpfsinnig auf unbeteiligte Personen gewirkt haben könnte, bin ich umso faszinierter, wie sehr dieses Buch das Gegenteil beweist. Es zeigt, dass er sich Gedanken um die menschengeführte Zerstörung der Umwelt macht, dass er die Emotionen in den Blicken anderer Menschen sieht und wie viel ein liebevoller Blick bei ihm bewirken kann. Er fragt sogar, warum er geliebt wird und stellt damit eine Frage, die, wie ich glaube, viele sich einfach nicht trauen zu fragen, weil es vielleicht keine Antwort gibt, die wir mit unseren beschränkten Sinnen und unserem begrenzten Denken erfassen könnten.
Das Buch handelt nicht (nur) von Birger, vielmehr auch von Philosophie, dem Leben aus einer uns unbekannten und eigentlich nicht wirklich nachfühlbaren Perspektive und Gefühlen, in einer Ehrlichkeit, die wohl so manchem im Alltag verloren gegangen sein mag. Ich wünschte, die fast 60 Seiten lange Einleitung hätte sich weniger exklusiv mit Birger und Autismus beschäftigt, sondern etwas stärker den Fokus auf den Inhalt der Texte gelenkt. Denn auch wenn die Existenz der Texte und deren Bedeutung in Bezug auf Birgers Geschichte erstaunlich sein mag, finde ich es schade, ihren in sich wertvollen Sinn für den Leser und die Welt verkommen zu lassen.

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