Anspruchsvoll oder trivial?

Kolumnen

Kennt ihr das? Man unterhält sich mit jemandem, erzählt, dass man gern Fantasy oder auch irgendwelche kitschigen Frauenromane liest – und wird schief angeschaut.
Bei den schief schauenden Leuten handelt es sich dann um diejenigen, die sich für besonders gebildet halten, weil sie Schiller und Kafka in ihrer Freizeit lesen und alles andere für „minderwertige Trivialliteratur“ halten.
Nur damit ich nicht missverstanden werde: Ich habe absolut kein Problem mit Schiller und Kafka. Vom ersten hab ich noch nie was gelesen, also kann ich das nicht beurteilen, und Kafkas „Verwandlung“ fand ich sehr interessant. Also ist es nicht so, dass ich Leute, die Klassiker lesen, allgemein für Angeber und Idioten halte. Aber es gibt so einige Kandidaten, die das nur lesen, weil sie damit ihre Überlegenheit anderen Leuten gegenüber ausrücken können/wollen.
Ich frage mich, was an Fantasy schlimm sein soll. Dass sie nicht für die Bildung geschrieben ist? Das waren Schillers und Goethes Werke auch nicht, sie wurden nur im Laufe der Zeit dazu gemacht. Und dass man „Iphigenie auf Tauris“ gelesen hat, macht einen nicht automatisch zu einem intelligenteren Menschen – ich spreche da aus eigener Erfahrung

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