Ashes, Ashes
Ashes, Ashes
08. Dezember 2011
von Bona
3 Sterne
Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

„Sieht aus wie ein riesiger Friedhof.“
„Das macht es leichter es zu vergessen, das man da mal gelebt hat“, meinte Aidan.
„Ja“, stimmte Lucy nachdenklich zu. „Ich hatte es schon fast vergessen.“

In der unmittelbaren Zukunft hat eine tödliche Krankheit die  Menschheit beinahe ausgerottet und nur noch weniger als ein Prozent der  ursprünglichen Bevölkerung übriggelassen. Warum die Überlebenden gegen  den Virus resistent sind, weiß niemand. Die sechzehnjährige Lucy hat als  einzige ihrer Familie die Krankheit überstanden und schlägt sich jetzt  ganz alleine zwischen den verwilderten Ruinen New Yorks durch. Sie jagt,  stellt Fallen auf, baut einen Unterschlupf und verdrängt alle Gedanken  und Erinnerungen an die Zeit, in der alles noch anders war und es  Duschen, Elektrizität, Schule, Jahreszeiten und vieles andere gab.
Eines Tages wird sie von wilden Hunden verfolgt und von Aiden gerettet.  Es ist seit über einem Jahr das erste Mal, dass sie wieder Kontakt zu  einem anderen Menschen hat und sie begegnet ihm voller Misstrauen und  Angst. Denn es gibt außer den Gefahren des unberechenbaren Wetters und  den Tieren noch die Sweepers – in weiße Schutzanzügen gekleidete und mit  Elektroschockern bewaffnete Menschen, die ohne Vorwarnung auftauchen  und wahllos Kinder und Erwachsene auf Roosevelt Island entführen, wovon  sie niemals wiederkommen. Doch schnell fasst sie Vertrauen zu Aiden und  schließt sich der kleinen Gemeinschaft Überlebenden an, die versuchen,  wieder einen normalen Alltag zu erschaffen. Der Frieden währt jedoch  nicht lange, denn ständig tauchen die Sweepers auf und verbreiten Chaos  und Schrecken. Und bald kommt Lucy der verängstigende Gedanke, dass sie  hinter ihr her sind… 

Textstelle:
„Lehn dich zurück“, meinte Aiden. Er war so still gewesen, dass Lucy  schon gedacht hatte, er sei eingeschlafen. Wütend sah sie ihn an. „Eine  Weile werden wir hier noch festsetzen“, stellte er fest und rappelte  sich hoch. Er stand jetzt auf dem Ast, hielt sich perfekt im  Gleichgewicht und streckte ihr seine Hand entgegen. Unten, am Boden,  drehten die Hunde schon wieder durch. Sie sprangen in die Höhe und  kratzten am Baumstamm.
„Oh nein …“, Schon bei dem Gedanken, sich zu bewegen, wurde Lucy ganz schummerig.
„Ich will dir etwas zeigen. Da oben“, sagte Aidan und änderte ohne Mühe  und ohne sich festhalten zu müssen, seine Position auf dem Ast. Er trug  bunt bemalte Basballschuhe und seine Füße schienen die Baumrinde  geradezu greifen zu können. Lucys schwere Stiefel hingen wie Gewichte an  ihren Füßen. Ihre verletzte Hand schmerzte entsetzlich, als sie sie  versuchsweise schloss.
„Angst?“, fragte er.
Sie stellte sich vor, wir sie ihn hinabstieß oder ihm die Beine wegtrat.
„Ich doch nicht“, antwortete sie und biss die Zähne zusammen.

Ein klassisches Weltuntergangsbuch, wie sie in letzter Zeit immer  häufiger erscheinen. „Ashes, Ashes“ stellt eine sehr authentische  Dystonie dar, mit einem männlichen Hauptcharakter, der sofort Interesse  weckt. Besonders gefallen hat mir der Anfang des Buches, indem Lucys  einsamer Überlebenskampf erschreckend realistisch beschrieben ist. Für  vier Sterne müssten die Fortsetzungen mich aber erst einmal überzeugen.

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