Die Hassliste
Die Hassliste
18. November 2010
von Bona
4 Sterne
Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Sie haben andauernd darüber geredet.
Für Valerie war es nur Spaß. Ein Weg, ihre Wut und Trauer loszuwerden.
Für Nick war es Ernst. Tödlicher Ernst.
Für sie war er ihr Freund. Sie hat ihn geliebt.
Sie dachte, sie würde ihn kennen.
Für ihn war sie seine Komplizin. Er erkannte seine Gedanken in ihr wieder.
Er dachte, sie würde ihn kennen.
Für sie war es nur eine Liste. Eine Hassliste.
Für ihn war es DIE Liste. Mit dem Namen derjenigen, die er töten würde.

Auszug aus dem Buch: 

>>Macht ihn das zu einem Helden, Dr. Hieler?<<,  fragte ich.  Dr. Hieler überflog die Seite, während er es sich in seinem Sessel  bequem machte. >>Wen?<< >>Nick. Wenn alle, die überlebt haben, jetzt stärker sind als  vorher und total erfüllt vom Frieden, wie es in dem Artikel heißt, ist  er dann nicht ein Held? So was wie ein John Lennon des 21. Jahrhunderts?  Ein Friedensstifter mit einer Waffe?<<
Das Buch befasst sich mit Amoklaufen an Schulen und versucht zu verstehen und zu erklären.
Dabei konzentriert sich die Autorin nicht nur auf die Opfer und  diejenigen, die das schreckliche Erlebnis überlebt haben, sonder auch  mit dem Täter. Sie macht seine Reaktion verständlich, ohne ein Urteil zu  fällen und beschäftigt sich auch mit dem Danach: Wie verändert sich das  Verhältnis zwischen den Schülern? Verändert es sich überhaupt? Was für  positive und negative Konsequenzen erfolgen?

Jennifer Brown beleuchtet alles aus verschiedenen Blickwinkeln und  stellt überzeugende Charaktere auf. Der Anfang des Buches ist vielleicht  etwas schwierig, doch je weiter sich die Geschichte vertieft und die  Fäden sich verbinden, desto klarer und deutlicher wird das Bild, dass  die ganzen vielen kleinen Momente und Gedanken aufzeichnet, bis hin zu  dem Amoklauf und noch darüber hinaus. 

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