Fremde Nähe
Fremde Nähe
19. Oktober 2012
von Ilka
4 Sterne
Ilka Jahrgang 1997 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

„Schnee im November? Ist das normal? Letztes Jahr um diese Zeit  hat es geregnet. Ich muss auf einmal an die Beerdigung meiner Mutter  denken. Damals regnete es in Strömen. Das Grab war von tiefen Pfützen  umgeben. Darum blieben alle Leute auf dem Kiesweg stehen, ein paar Meter  weiter oben. Mamas Sarg stand ganz alleine auf einem großen Berg  Matsch. Die Erinnerung daran schnürt mir den Hals zu, und meine Augen  beginnen zu brennen. Ich möchte nicht weinen. Verzweifelt versuche ich  an etwas anderes zu denken. Zoé, meine Hausarbeit, Amsterdam, Nick. Das  Gefühl lässt nach.“

Claire hat vor genau einem Jahr ihre Mutter verloren, sie und ihr  Vater sind von Rotterdam nach Amsterdam gezogen. Ihre beste Freundin Zoé  trifft sie dennoch fast jedes Wochenende, denn in der neuen Stadt hat  sie noch keine Freundin gefunden und in der Schule läuft es auch nicht  gerade gut. Welch Zufall also als Nick eines Tages aus Versehen bei ihr  anruft. Aus einem kurzen Gespräch werden lange Telefonate. Nick versteht  sie, weil er selbst seinen Vater verloren hat. Alles ändert sich  jedoch, als eines Tages die Polizei bei Claire vor der Tür steht. Vier  Mädchen sind spurlos verschwunden, und Claire könnte die Nächste sein.

Wer denkt, dass die Geschichte jetzt vorbei ist, der hat sich  getäuscht. Bald tritt eine unerwartete Wendung ein und man kann das Buch  nicht mehr aus der Hand legen. Spannend erzählt Mel Wallis de Vries  diesen Thriller. Gut beschreibt sie auch, wie es sich anfühlen muss,  wenn man seine Mutter verliert. Durchbrochen wird diese Handlung  durch  kurze Geschichten, die erst am Ende einen Sinn bekommen.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, weil ich gerne Thriller lese.  Aber auch für Leute, die nicht gerne Thriller lesen, ist dieses Buch ein  absolutes Muss.

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