Glennkill von Leonie Swann
Glennkill - Ein Schafskrimi
27. September 2009
von Nathalie
4 Sterne
hat 4 Sterne vergeben

Glennkill erschien 2007 im Goldmann- Verlag und wurde von Leonie Swann geschrieben.

Glennkill ist ein Krimi, der allerdings anders ist als alle anderen Krimis. Denn hier suchen Schafe den Mörder.
Eines Morgens in der Küste Irlands: Der Schäfer George Glenn liegt tot  im Gras, einen Spaten in der Brust. Seine Schafe sind traurig und  entsetzt. Miss Maple, das schlauste Schaf, macht sich auf, um den Mörder  zu finden. Dabei verlässt sie sich auf ihr Schafgespür und ihr wissen  aus den Krimis, die George seinen Schafen  jeden Abend vorgelesen hat. Die anderen Schafe helfen ihr tatkräftig und  Schritt für Schritt kommen sie dem Mörder auf die Spur und lösen  nebenbei noch einige Geheimnisse der Menschenwelt. Doch als sie eine  Ahnung haben, wer der Mörder ihres geliebten Schäfers ist, stellt sich  ihnen ein Problem: Wer glaubt schon einem Schaf?

Ausschnitt aus Glennkill:
„Gestern war er noch gesund“, sagte Maude. Ihre Ohren zuckten  nervös. „Das sagt gar nichts“, entgegnete Sir Ritchfield, der älteste  Widder der Herde, „er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben. Spaten  sind keine Krankheit.“ Der Schäfer lag neben dem Heuschuppen unweit des  Feldweges im grünen irischen Gras und rührte sich nicht. Eine einzelne  krähe hatte sich auf seinem Norwegerpullover niedergelassen und äugte  mit professionellem Interesse in sein Innenleben. Neben ihm saß ein sehr  zufriedenes Kaninchen. Etwas entfernter, nahe der Steilküste, tagte die  Konferenz der Schafe. Sie hatten Ruhe bewahrt, als sie den Schäfer an  diesem Morgen so ungewohnt kalt und leblos vorgefunden hatten, und sie  waren sehr stolz darauf. Natürlich hatte es im ersten Schrecken ein paar  unüberlegte Rufe gegeben: „Wer bringt uns jetzt Heu?“ etwa, oder „Ein  Wolf! Ein Wolf!“ Aber Miss Maple hatte schnell dafür gesorgt, dass keine  Panik ausbrach. Sie erklärte, dass mitten im Sommer auf der grünsten  und fettesten Weide Irlands sowieso nur Dummköpfe Heu fressen würden und  dass selbst die raffiniertesten Wölfe ihren Opfern keine Spaten durch  den Leib jagten. Und ein solches Gerät ragte zweifellos aus den  morgenfeuchten Innereien des Schäfers. Miss Maple war das klügste Schaf  von ganz Glennkill. Manche behaupteten sogar, sie sei das klügste Schaf  der Welt. Doch niemand konnte das nachweisen. 

Es ist wirklich zu komisch, wie eine Herde Schafe versucht, einen  Mörder zu finden, und dabei auch noch schneller ist als die Ermittlungen  der Polizei. Jedes Schaf der Herde trägt das Seinige zu der Aufklärung  des Falls bei. Immer allen voran: Miss Maple, das klügste Schaf von  Glennkill (und meiner Meinung nach das klügste Schaf der Welt  ). 

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