Klassenziel
Klassenziel
23. Februar 2014
von Linnea
5 Sterne
Linnea Jahrgang 1997 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

17 tote Menschen, ein Schnellfeuergewehr und Blut an den Wänden einer  Schule. Und plötzlich ist Benjamin überall bekannt. Benjamin, der seit  langer Zeit davon träumt, mit seiner Band im Fokus der Öffentlichkeit zu  stehen. Doch hätte er nie erwartet, dass sein Bruder dafür  verantwortlich sein würde.

Benjamins Bruder, Dominik, begeht einen Amoklauf in der Schule, am  letzten Tag vor den Sommerferien. Nachdem er siebzehn Menschen getötet  hat, wird er von der Polizei erschossen. Und da steht sie nun, die  Familie des Amokläufers, allein gelassen mit der Trauer und der  Verachtung der Gesellschaft. 

Das Buch hat mich sehr tief in die Handlungen und Gefühle von Jamie  (Benjamin) hineingezogen und es war wie ein Bann, aus dem ich, nachdem  ich mit dem Lesen angefangen hatte, nicht mehr herauskam. Die Emotionen  sind so gut beschrieben, dass ich auch Tage, nachdem ich das Buch  gelesen hatte, darüber nachdenken musste. Denn dieses Buch kann man  nicht einfach so herunterlesen. Es regt zum Nachdenken an und hat mich  ziemlich oft schockiert und den Tränen nahe gebracht.
Ich denke Herrn Wegberg ist es sehr erfolgreich gelungen, die Folgen  eines Amoklaufs aufzuzeigen. Was den Leser sich noch besser in das  Geschehen hineinfühlen lässt, sind die Rückblicke, sowie Jamies  Neuanfang: neue Schule, neue Freunde und dazu der gewaltige Schmerz und  die Trauer.

Durch das Buch ist mir klar geworden, wie die Gesellschaft mit den  Familien von Amokläufern umgeht. Die Medien versuchen alle schlechten  Eigenschaften  des Täters nach außen zu bringen. Doch nur wenige  Menschen unterscheiden zwischen dem Täter und seiner Familie. T.A.  Wegberg hat mich durch sein Buch aufmerksamer werden lassen. Er zeigt,  dass man genau hinsehen sollte, bevor man jemanden verurteilt und dass  die betroffenen Familien auch ohne Anschuldigungen genug mit sich, der  Trauer und den Schuldgefühlen genug zu tun haben.
Wer stark genug ist, den Schmerz und die Trauer an sich ranzulassen, sollte das Buch auf jeden Fall lesen! 

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