Mondglas
Mondglas
07. Oktober 2012
von Freya
2 Sterne
Freya Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 2 Sterne vergeben

Als Anna mit ihrem Vater nach Crystal Cove, Kalifornien, zieht, ist sie zunächst wenig begeistert davon, ihre Freundinnen und ihr altes Leben im Stich zu lassen. Gleichzeitig ist es aber auch eine Art Neuanfang nach dem Tod von Annas Mutter Corinne. Hier in Crystal Cove, am Pudersandstrand des Pazifiks, lernten Annas Eltern sich kennen, hier war Corinne glücklich.

Auch Anna erscheint das neue Zuhause auf den zweiten Blick ganz reizvoll. Das Holzhaus am Strand, umgeben von Dünen und einigen verlassenen Sommerhäuschen, der Pazifik zum Surfen direkt vor der Nase.

Schließlich lernt sie den unwiderstehlichen Rettungsschwimmer Tyler kennen, der versucht, gemeinsam mit ihr das Geheimnis der Nacht, in der Corinne ertrankt, zu lüften.

„Ich grub meine Zehen in den nassen Sand und saugte das träumerische Barfußgefühl des nächtlichen Strands in mir auf. Die Dunkelheit verstärkte die Wahrnehmung alles Übrigen- Mondlicht, warme Luft, leise schwappendes Wasser… alles zusammen. Wir gingen am Wasserrand entlang, wo gelegentlich winzige Wellen über unsere Füße spülten und unsere Hände sich zufällig streiften, und schwebten zwischen Nervosität und freudiger Erwartung. Heimlich sah ich zu Tyler hinüber. (…) Doch statt irgendetwas zu sagen, blieb er abrupt stehen, hob etwas auf und rieb mit dem Daumen den Sand herunter, dann hielt er es mir hin. „Das ist Meerglas, stimmt‘s?“ (…) „Das ist…“ Mein Hals kratzte ein bisschen, als ich das Wort aussprach. „Das ist Mondglas.“

Leider ist dieses Buch genauso schnulzig, wie es sich anhört. Es braucht eine Weile, bis man sich an die Hauptperson Anna gewöhnt, weil sie anfangs zu oft als ach so natürlich, bodenständig, wunderschön, aber mit einer dunklen, dunklen Vergangenheit gezeichnet, beschrieben wird. Das ist wirklich anstrengend. Hat man sich erst einmal an sie gewöhnt, entwickelt sich die Geschichte bis zu mittlerer Spannung. Manche Passagen des Textes lassen sich tatsächlich gut und flüssig lesen.

Aber dann kommen immer wieder Situationsbeschreibungen, die so romantisiert und verknotet sind, dass man gar nicht anders kann, als darüber zu stolpern. Annas Liebe zum Meer wirkt daher aufgesetzt und wenig authentisch. Ebenso verhält es sich mit ihrer Annäherung zu Tyler. Auch das Ende des Buches ist eher schwach. Schade, eigentlich, aber man hätte seine Zeit besser verbringen können.

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