Mystic City - das gefangene Herz
10. August 2013
von Estelle
3 Sterne
Estelle Jahrgang 1997 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

>>Ich liebe dich<<, sagt er sanft.

Und dann packen sie ihn. Ich schreie auf, doch es ist zu spät. Mein Vater tritt aus dem Schatten. Er zielt mit der Pistole auf meinen Kopf.

In mir explodiert etwas.

Ich habe immer gewusst, dass mir diese Geschichte das Herz brechen würde.

In dem New York der Zukunft ist die Gesellschaft gespalten. In den Glastürmen der Stadt leben die Reichen, vollkommen geschützt von den Folgen der Erderwärmung. Doch in den überschwemmten Gebieten der Tiefe leben die Armen und die Mystiker, jene Menschen mit mystischen Fähigkeiten.

Aria Rose lebt mit ihrer Familie im reichen Teil der Stadt und ist mit Thomas Foster verlobt, was die Öffentlichkeit mit Erstaunen, Erleichterung oder Misstrauen aufnimmt. Denn die Roses und Fosters sind seit Generationen verfeindet, jetzt allerdings soll die Verlobung die Familien verbinden, damit sie gemeinsam die kommenden Wahlen angehen können.

Eigentlich sollte Aria glücklich sein. Sie lebt die Geschichte von Romeo und Julia – nur mit Happy End. Aber Aria kann sich weder an Thomas und ihre gemeinsame Affäre noch an die Verlobung erinnern. Seit sie eine Überdosis Stic, eine mystische Droge, genommen hat, empfindet sie keine Liebe mehr für Thomas, er ist wie ein Fremder. Aria kann sich noch nicht mal daran erinnern, warum sie Stic genommen hat oder wie sie es getan hat.

Doch dann lernt sie Hunter kennen, einen Rebellen, der sich gegen alles stellt, wofür sie und ihre Familie stehen. Der geheimnisvolle Junge zieht sie in seinen Bann und plötzlich muss sie alles hinterfragen: Ihre Familie, das System der Gesellschaft und ihre Verlobung zu Thomas.

Mystic City ist eine spannende Welt, der Autor beschreibt eine Zukunft, die in vielen Teilen gar nicht mal so unwahrscheinlich ist. Gleichzeitig mischt er aber auch eine Priese Fantasy dazu, die bewirkt, dass die Folgen der Klimakatastrophen in Mystic City zwar sehr spürbar, aber nicht vollkommen verheerend erscheinen.

Die Story selbst ist schon von Anfang an sehr durchschaubar. Trotzdem ist das Buch spannend, da immer wieder kleine Momente entstehen, in denen die Protagonistin scheinbar von ihrem Instinkt abgleitet wird und sich wieder von dem System einwickeln lässt.

Was mir allerdings nicht gefallen hat, ist die Vorgeschichte. Zu einem gewissen Zeitpunkt nämlich gewinnt Aria all ihre Erinnerungen zurück. Dabei wirkt die erstmalige Begegnung mit Hunter ein wenig klischeehaft und unrealistisch, da Hunter sofort weiß, wer sie ist, aber im Gegensatz zu allen anderen Mystikern überhaupt kein Misstrauen Aria gegenüber hegt.

Ansonsten ist Mystic City aber ein durchaus lesenswertes Buch, wenn man auf ein sehr romantisches Fantasybuch Lust hat.

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