Neva
Neva
15. Juli 2011
von Bona
3 Sterne
Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

Menschen in Heimatland verschwinden spurlos und vom einen Tag auf den anderen will niemand sich mehr an sie erinnern.
Eine riesige Energiekuppel, die Protektosphäre, soll das Land schützen, doch in Wirklichkeit sperrt sie die Bürger nur ein.
Überall im Land versagt die Technik, der Boden ist unfruchtbar und es mangelt an Grundversorgungsmitteln – und an Nachwuchs.
Freie Berufswahl ist ebenfalls nicht mehr möglich und doch tun alle so, als gäbe es nur Fortschritte zu verzeichnen.
Heimlich regt sich im Untergrund Protest und Neva ist eine der Jugendlichen, die sich endlich trauen, etwas zu unternehmen.

Das birgt ein großes Risiko, denn wer erwischt wird, muss mit dem Schlimmsten rechnen, vielleicht sogar mit dem Tod.
Aber die Fragen, ob ihre verschwundene Großmutter noch lebt, ob die überlieferte Geschichte in Heimatland wirklich der Realität entspricht und ob außerhalb der Protektosphäre überhaupt eine andere Welt
existiert, lassen die 16-jährige nicht los. Doch neben den Kampf gegen die Regierung, muss sie sich auch noch ihren Gefühlen stellen, denn sie kann einfach nicht aufhören, an Braydon, den Freund ihrer besten Freundin Sanna zu denken.

Ich beuge mich vor und zögere, bevor ich einen winzigen Zipfel von der Plastiktüte abreiße. Die rote Farbe quillt hervor wie aus einer kleinen Wunde.
Ich zwinge meine Hand zur Ruhe und schreibe ÖFFNET DIE PROTEKTOSPHÄRE in Großbuchstaben auf den grauen Beton.
Die Farbe leuchtet beinahe. Adrenalin schießt durch meine Adern, und ich empfinde noch etwas anderes – Stolz!
Es ist nicht viel, aber ich habe eine Spur hinterlassen. Neva war hier.

Neben dem ansprechenden Cover hat das Buch eine wirklich gut durchdachte, packende Geschichte vorzuweisen.
Die Frage, was sich außerhalb der Protektosphäre befindet und welche Geheimnisse die Regierung von Heimatland verbirgt, halten den Spannungsbogen die ganzen 349 Seiten über aufrecht.
Auch mit der Dreiecksgeschichte, die sich in der Aufstellung (Mädchen, Junge, Mädchen) von der zurzeit so beliebten Liebesbeziehung (Junge, Mädchen, Junge) unterscheidet, beweist Sara Grant glücklicherweise
Originaliät.
Eine erfrischende Story, die zukunftsweisend, aber dennoch irgendwo vertraut ist. Eine Fortsetzung ist hoffentlich zu erwarten, auch wegen weniger ungeklärten Einzelheiten.

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