Ostrich Boys
Ostrich Boys
29. Januar 2011
von Freya
3 Sterne
Freya Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

Als der Schaffner meine Fahrkarte nahm, fragte er: „Ferien, was?“ Ich sagte das erste, was mir in den Sinn kam: „Wir besuchen einen Freund.“ Er reichte mir die Fahrkarten zurück. „Ganz schön lange Reise.“ Dann drehte er sich um und drückte seinen Arsch an unseren Tisch, während er die Fahrkarte der Alten kontrollierte. Über seine Schulter hinweg hörten wir, wie er sagte: „Muss ein verdammt guter Freund sein, kann ich nur sagen.“

Es war ein guter Freund.

Es war Ross, Blake, Sim und Kennys bester Freund, bis er bei einem Autounfall ums Leben kam.
Die Trauer ist groß, und doch sind die Jungen sind wütend.
Wegen der Heucheleien am Grab, der falschen Beileidsbekundungen und den leeren Worten. Sie beschließen, Ross eine Beerdigung zu bereiten, wie sie ihm gefallen hätte, auch wenn das bedeutet, die seine Urne zu klauen und in einem Rucksack versteckt mit ihm quer durch das Vereinigte Königreich zu fahren, bis hoch nach Schottland, bis in das kleine Dörfchen Ross. Der Ort, den Ross schon immer mal besuchen wollte.
Denn Blake, Sim und Kenny sind überzeugt:

Ross gehört nach Ross.

Ostrich Boys ist ein schönes, wildes und verrücktes Buch übers Abschied nehmen und über das Weiterleben. Einfühlsam werden die Gefühle der Jungen geschildert, ohne ins Sentimentale zu versanden. Lebensnah und griffig, authentisch und ohne eine Spur anklagend berichtet Keith Gray über Schuld und die Frage nach dem Warum.

Stimmungsvoll trägt der Autor die heiße Sommeratmosphäre an den Leser heran und lässt ihn mitreisen bei der Reise der Jungen nach Ross und zu sich selbst.

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