Tanz der Tiefseequalle
18. Februar 2021
von Kalle
2 Sterne
Kalle Jahrgang 2007 Redaktion Lübeck
hat 2 Sterne vergeben

Niko ist übergewichtig. Und als ob ihm das das Leben nicht schon schwer genug machen würde, haben es auch noch seine Klassenkameraden auf ihn abgesehen. Besonders der fiese Marko. Jeden Tag muss er sich Sprüche über sein Aussehen gefallen lassen. Einziger Ausweg: Parallelwelten. Oft träumt er sich in schwierigen Situationen in eine andere Welt oder entwickelt kuriose Erfindungen, die ihm in seiner Not helfen sollen. Doch dann kommt alles anders: Auf der Klassenfahrt rettet er die hübsche Sera vor einer von ihm so getaufte Überfallgrabschattacke und wird kurz darauf von ihr zum Tanzen aufgefordert. Jetzt gerät auch Sera in die Schusslinie von Marko und seinen Kumpanen.

Ich mag solche Bücher wirklich nicht.

Person XY hat ein Problem.

Person XY hat ein einschneidendes Erlebnis.

Person XY lernt mit dem Problem zu leben oder das Problem löst sich in Luft auf.

Die Personen haben kaum Tiefe. Das dicke Opfer, der gutaussehende Mobber und das hübsche Mädchen dazwischen. Es ist kein wahnsinnig schlechtes Buch, der Lesefluss ist flüssig, meistens ist es authentisch und manchmal auch interessant. Ich habe mich beim Lesen zwar nicht gelangweilt, aber ich habe nichts mitgenommen und es hatte für mich auch keine Bedeutung, obwohl es das eigentlich, bei so einem Thema, unbedingt haben sollte. Denn das Buch spricht ein sehr wichtiges Thema an. Mobbing ist schrecklich und kann töten, aber - und das ist das schlimmste: Das letzte Abschnitt des Buches handelt im Großen und Ganzen davon, wie Sera lernt hinzunehmen, dass sie gemobbt wird. Es gibt keine Lösung. Für mich hatte das die Wirkung als wolle das Buch vermitteln: Wirst du gemobbt? Dann nimm es hin! Nicht etwa: Rede mit deinen Lehrern oder so ähnlich.

Das Buch wurde von Stefanie Höfler geschrieben, für den Jugendliteraturpreis nominiert und erschien 2018 im Gulliver-Verlag.

 

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