Train Man
Train Man
01. Oktober 2010
von Bona
3 Sterne
Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

Diese wahre Liebesgeschichte spielt sich in Japan ab, genauer gesagt in Tokyo – in einem Internetforum namens 2channel. Der junge Anime- und Computerfreak, der sich online „Train Man“ nennt, wendet sich mit einem verzweifelten Hilferuf an die anderen User. Er hat eine Frau, die er den anderen als „Hermes“ vorstellt, im Zug vor einem Betrunkenen gerettet, worauf sie ihm als Zeichen ihrer Dankbarkeit zwei kostbare Teetassen geschickt hat.
Steckt da aber wohlmöglich mehr hinter, als es den Anschein hat?
Ermutigt durch die User traut er sich schließlich, sie anzurufen und macht damit den ersten Schritt in sein neues Leben. Schafft er es, sie um ein Date zu bitten? Und sind die User tatsächlich in der Lage ihn von ihresgleichen in einem lebensfrohen, strahlenden Menschen mit Selbstvertrauen zu verwandeln?

Das Buch besteht nur aus den original Nachrichten im Chat-Format, die während der drei Monate in dem Forum augetauscht wurden. Dadurch ist es möglich, die vielen anschaulichen ASCII-Bilder (kleine Bilder, die aus Satzzeichen und Buchstaben bestehe) zu bewundern, welche die Atmosphäre noch anschaulicher gestalten.
Neben einer Lovestory, die in Japan schon Kultstatus erreicht hat, bietet diese einzigartige Geschichte auch einen einmalige Chance, einen Einblick, abseits von bekannten Vorurteilen, in den japanischen, modernen Menschen zu bekommen.
Die Chatuser sind unglaublich witzig, offen und sehr menschlich. Sie stellen die aufstrebende Computergeneration dar, die nur im Internet wirklich lebt und im echten Leben sozial total überfordert ist.
Geschickt verbindet das Buch diese beiden Welten, die virtuelle und die reale, und zeigt, dass das eine keineswegs das andere ausschließt. (Das Buch wurde auch als Kinofilm und als Serie verfilmt und ist zudem als Mangaversion erhältlich.)

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