Warum Charlie Wallace?
10. November 2010
von Freya
4 Sterne
Freya Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Als Jonathan Charlie Wallace das erste Mal trifft, merkt er gleich, dass er etwas ganz besonderes ist. Charlie Wallace, dieser geheimnisvolle neue Schüler, der mit den Worten umgehen kann wie kein anderer, der jeden entweder fasziniert oder auf die Palme bringt.

Charlie und Jonathan freunden sich an. Und plötzlich beginnt Jonathan alles mit anderen Augen zu sehen. Charlies Offenheit und Wagemut zeigt ihm das triste New York von einer ganz anderen, wundervolleren Seite, einer Seite, die nur schwer zu finden ist. Und so beginnt eine ebenso wundersame Freundschaft zwischen den beiden.

Um ehrlich zu sein halte ich im Allgemeinen eher wenig von Büchern, die solch einen Personenkult beinhalten und bei denen auf jeder Seite „Charlie dies…“ und „Charlie das…“ geseufzt wird. Doch dieses Buch hat mich überrascht. Sehr sogar. Denn Warum Charlie Wallace? lässt neben Charlie noch Platz für Jonathan, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Charlie übertönt nichts und ist doch immer präsent, was das Buch zu einer sehr persönlichen Geschichte macht. Während des Lesens hat man aus unerfindlichen Gründen immer das Gefühl, das Buch sei einzig und allein für einen selbst geschrieben. So nah und individuell wie ich es noch nie bei einem Buch erlebt habe.

Da macht es dann auch weniger etwas aus, wenn der Aufbau der Geschichte etwas hinkt, das Ende eigentlich schon vorhersehbar ist. Die wahre Stärke der Charaktere macht dieses Buch zu etwas ganz besonderem.

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