Zu hohe Erwartungen oder zu wenig Liebe für's Detail?

Leonie P. aus T. berichtet

Ein Wort, ein Satz, eine Seite. Wenn wir ein Buch in unseren Händen halten, warte auf uns 300 Seiten Abenteuer, 300 Seiten Spannung und 300 Seiten einer Lebensgeschichte, die mit uns geteilt wird. In einem Buch werden wir in eine neue Welt eingeladen, eine Welt, in der wir unsere Perspektive ändern können, in der wir Neues kennenlernen und in der alles ungewiss ist. 300 Seiten, in denen wir in eine neue Realität eintauchen können und der wir die unsere für den Moment vergessen können. Ein Moment, in dem in unserem Kopf die Kreativität nur so sprüht und ein Bild nach dem anderen sich ausmalt, das eine mit mehr Liebe zum Detail als das andere. 

So eine Aneinandereihung von Bildern ist uns aber auch aus einer anderen Situation bekannt. Von welcher ich spreche? 

Von Filmen. 

In Filmen werden die einzelnen Bilder aneinander gereiht. Aus diesen entstehen Szenen und daraus letztendlich der Film. Filme faszinieren und können begeistern, aber Filme können ebenso enttäuschend sein, besonders in dem Fall, bei der wir von einer Verfilmung von Büchern sprechen. Oftmals gehen wir mit einer großen Erwartung an die Filme heran und bekommen dann teils sogar eine umgeänderte Geschichte präsentiert. Das ist diese Sache mit der Verfilmung von Büchern. Tausenende Hindernisse, die überwunden werden müssen und bei denen die Hürde unglaublich hoch angebracht ist. Zum einen muss eine Geschichte, die sich über 300 Seiten erstreckt und in liebevoller Mühe verfasst worden ist, auf ihre wichtigsten Bestandteile gekürzt werden. Wir lesen ein Buch, mehrere Stunden, Tage, Woche oder Monate und das muss in einem Film in guten 90 Minuten vereint werden. Zudem tritt der Film gegen unsere Vorstellung an, gegen unsere Kreativität, gegen unser ganz privates Kino. Und genau das ist die Hürde, die am schwierigsten zu überwinden ist. Wie soll ein 90 minütiger Film, den Zauber und die Magie von meinem ganz eigenen Kino wiederspiegeln? Und wie sollen unsere ganzen unterschiedlichen Vorstellungen in einem Film vereint werden? Das ist eine unendlich schwere Aufgabe, an die ich mich niemals herantrauen würde. 

Dennoch bewundere ich die Leute, die es tun und wir werden ja auch nicht immer entttäuscht, oder? ;)

Erzählt uns gerne von Verfilmungen, die ihr besonders gut oder mit zu wenig Liebe behandelt findet. Wir sind sehr gespannt!

Und damit Tschüss und bis nächste Woche!

Eure Leonie

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