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Poet X wurde von der amerikanischen Poetry-slammerin Elizabeth Acevedo geschrieben und liest sich trotz der Romanlänge nicht viel anders, als ein Slam-Text, oder ein Hip-Hop-Stück. Das liegt nicht nur an dem lyrischen Format, in dem der Text verfasst ist, sondern vor allem am Inhalt, der immer mehr an Intensität zunimmt, immer schneller und emotionaler wird.

Die Geschichte beginnt mit Xiorama, einer Jugendlichen, die in ihrer Freizeit gerne Gedichte schreibt, Musik hört, oder mit ihrem Bruder und ihrer Freundin abhängt. Nebenbei besucht sie auf Druck ihrer radikal katholischen Mutter den Kommunionsunterricht. Doch Stück für Stück eskaliert die Situation, denn je mehr die Protagonistin erkennt, dass ein Leben im Kloster nicht ihr Ziel ist, je mehr sie die Lehren der Kirche offen anzweifelt, desto strenger wird die Behandlung durch ihre Mutter, desto eingeengter wird sie in ihrer Freiheit und in ihrem Privatleben.

Zuflucht findet sie bei ihrem Freund und in der Poesie. Xiorama beginnt immer und überall zu schreiben, bis zum finalen Streit mit ihrer Mutter – und einem Auftritt auf einer Open-Mic-Veranstaltung.

Das Buch ist sehr besonders, weil so ziemlich jeder sich mit der Hauptfigur identifizieren kann. Niemand ist sich sicher, was sein Platz in der Welt ist und Xioramas Suche nach einem Mittelweg zwischen Freiheit und Vertrautem ist eine Suche, die wir alle führen.

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