hat 5 Sterne vergeben

Poet X wurde von der amerikanischen Poetry-slammerin Elizabeth Acevedo geschrieben und liest sich trotz der Romanlänge nicht viel anders, als ein Slam-Text, oder ein Hip-Hop-Stück. Das liegt nicht nur an dem lyrischen Format, in dem der Text verfasst ist, sondern vor allem am Inhalt, der immer mehr an Intensität zunimmt, immer schneller und emotionaler wird.

Die Geschichte beginnt mit Xiorama, einer Jugendlichen, die in ihrer Freizeit gerne Gedichte schreibt, Musik hört, oder mit ihrem Bruder und ihrer Freundin abhängt. Nebenbei besucht sie auf Druck ihrer radikal katholischen Mutter den Kommunionsunterricht. Doch Stück für Stück eskaliert die Situation, denn je mehr die Protagonistin erkennt, dass ein Leben im Kloster nicht ihr Ziel ist, je mehr sie die Lehren der Kirche offen anzweifelt, desto strenger wird die Behandlung durch ihre Mutter, desto eingeengter wird sie in ihrer Freiheit und in ihrem Privatleben.

Zuflucht findet sie bei ihrem Freund und in der Poesie. Xiorama beginnt immer und überall zu schreiben, bis zum finalen Streit mit ihrer Mutter – und einem Auftritt auf einer Open-Mic-Veranstaltung.

Das Buch ist sehr besonders, weil so ziemlich jeder sich mit der Hauptfigur identifizieren kann. Niemand ist sich sicher, was sein Platz in der Welt ist und Xioramas Suche nach einem Mittelweg zwischen Freiheit und Vertrautem ist eine Suche, die wir alle führen.

Anna Jahrgang 2001 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

„Und ich denke an all die Dinge, die wir sein könnten, wenn uns niemand sagen würde wir seien nicht dafür gemacht.“

Die 15 jährige Xhiomara stammt aus der dominikanischen Republik und lebt mit ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrem Zwillingsbruder in Amerika und hat es alles andere als leicht. Ständig wird sie belästigt, gegen ihren Willen angefasst und schlecht behandelt, draußen und auch in der Schule. Ihre Mutter ist sehr religiös und somit gegen alles was mit Jungs, bestimmten Hobbys oder Klamotten zu tun hat und versucht Xhiomara in einen Glauben zu zwängen, den sie nicht nachvollziehen kann. Um mit ihren ganzen Gedanken und Gefühlen klar zu kommen, schreibt sie Texte. Jeden Tag. Sie findet auf die Art und Weise Halt und kommt zu einer eigenen inneren Stimme. Und natürlich will sie vieles von dem was ihr verboten wird ausprobieren, was nicht ganz ohne Konsequenzen bleibt.

Durch ihre Leherein gelangt sie dann zu einer Poetryslam Gruppe. Sie merkt, dass das was für sie is, ihr Mut gibt und das Gefühl von Freiheit vermittelt, doch wie soll sie ihr Hobby ihrer Mutter erklären, die es lieber hätte, wenn sie dienstags zum Konfirmationsunterricht gehen würde.

So wie auch Xhiomaras Notizbuch ist auch dieses Buch in einzelnen Versen, in einzelnen Texten geschrieben, man kann sich unheimlich gut in sie hineinversetzen, man hofft und freut sich richtig mit ihr, was ihr unheimlich wichtig für ein Buch finde. Ich kann dieses Buch absolut und ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen.


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