Erebos
Erebos
29. November 2010
von Bona, Freya
Ø 3,5 Sterne
Freya Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 3 Sterne vergeben

Erebos ist ein Spiel.
Es beobachtet dich,
es spricht mit dir,
es belohnt dich,
es prüft dich,
es droht dir.
Erebos hat ein Ziel:
Es will töten.

Am Anfang erscheint Nick das Computerspiel Erebos, das seit einiger Zeit  in seiner Klasse hinter hervor gehaltener Hand die Runde macht, völlig  harmlos.
Mit Erebos eröffnet sich ihm eine unglaublich realitätsnahe  Fantasy-Welt, in der er in jede beliebige Rolle schlüpfen kann. Doch die  Regeln von Erebos sind streng: Sprich mit niemandem darüber. Befolge  alle Aufgaben ganz genau, oder du wirst rausgeschmissen.

Nick ist mit Begeisterung dabei, doch die Aufgaben, die er erfüllen  soll, finden nicht im Spiel statt, sondern in der Realität. Er bringt  ein ominöses Paket von einem Ort  zum anderen. Soll sich mit einem  Mädchen verabreden, das er eigentlich nicht ausstehen kann. Doch dann  kommt ein Auftrag, mit dem Nick nie gerechnet hätte: Er soll töten.

Der reißerische Buchrücken- und Klappentext könnten einen an der  Logik der Geschichte zweifeln lassen. Doch Ursula Poznanski gelingt es,  Nicks Begeisterung für das Spiel dem Leser näherzubringen. Leider fehlt  auf den fast 500 Seiten häufig an Spannung. Die Geschichte verliert sich  in endlosen Beschreibungen der Fantasy-Welt des Computerspiels und  langweilt somit jeden, der nicht absoluter Online-Rollenspiel-Kenner  ist.
Am Ende des Buches jedoch gewinnt die Spannung wieder die Oberhand und  die Autorin konzentriert sich wieder auf das Voranschreiten der  Handlung. Mit viel Raffinesse und Einfallsreichtum spitzt sich die  Frage, wer nun tatsächlich hinter Erebos steckt, immer weiter zu. In  diesem Moment der Handlung macht es wieder Spaß, das Buch in die Hand zu  nehmen und man liest es mit Begeisterung zu Ende.

Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Es ist ein Spiel, dass die Schüler auf Nicks Highschool nächtelang  vor dem Computer festhält. Aber nicht irgendeines, sondern ein  besonderes:
Erebos  spricht mit dir.
Es weiß alles und sieht alles.
Und es stellt dir Aufgaben, die du in der Realität zu erfüllen hast. 

Am Anfang wirkt alles harmlos. Das Spiel ist spannend und sein Suchtfaktor unwiderstehlich. Da interessiert es auch keinen, dass es strenge Regeln gibt, die von Erebos vorgeschrieben werden:

Sprich im wirklichen Leben nicht darüber.
Gebe im Spiel niemals deine echte Identität preis.
Sei immer alleine, wenn du es spielst.
Und befolge allen Befehlen, die Erebos dir gibt.

Die Tatsache, dass jeder nur eine einzige Chance hat, Erebos zu spielen und mit dem Tod seiner Spielfigur automatisch und
unwiderruflich ausscheidet, bringt die Jugendlichen dazu, die Aufträge  auszuführen, ohne sie in Frage zu stellen. Auch Nick will auf keinen  Fall aufhören und kommt jeden seiner Aufgaben sofort nach. Bald  vermischen sich Realität und Fiktion für ihn und er lebt mehr in der  virtuellen Welt, als in der echten. 

Doch dann soll er einen Menschen töten…

 Sie schürzte die Lippen. >>Kann es sein, dass du mich  austricksen willst und mich nachher verpetzt? Du weist doch, wie die  Regeln sind. Wenn ich dir sagen würde, ich war da, ich habe zweimal  gekämpft und ein Level gewonnen, dann wäre es gar nicht schwer  herauszufinden, wer ich bin. Oder wer ich nicht bin. Der Bote hat es mir  erklärt. Er vesteht da keinen Spaß.<<  >>Jaja, schon gut.<<  >>Bist du eigentlich froh, dass ich dir Erebos gegeben  habe?<<, fragte sie, ohne ihn anzusehen.  >>Sicher. Klar. Es ist umwerfend.<<  Betont langsam strich Brynne sich eine Haarsträhne hinters Ohr.  >>Findest du es nicht manchmal unheimlich?<<  Höllisch unheimlich. >>Och. Geht so. Das soll ja so sein, glaube  ich.<<  >>Ja.<< Sie drehte das Glas zwischen den Händen,  rechtsherum, dann linksherum und wieder rechtsherum. >>Ich  wünschte nur, ich würde verstehen, wieso es meine Gedanken lesen  kann.<<

Im selben Tempo wie Nick süchtig nach dem Spiel wird, wird der Leser  süchtig nach dem Buch. Im rasanten Tempo klickt man sich durch die  atemberaubenden Seiten und verliert sich dabei völlig in der Geschichte.
Bis zum Game Over ein gelungenes Werk, das alles enthält, was erwartet wird. 

Und auch für Mädchen, die sich nicht für Computerspiele interessieren, ist es ein unwiderstechliches und interessantes Buch.

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