Ihr mich auch
Ihr mich auch
22. Oktober 2010
von Bona, Lina
Ø 4,5 Sterne
Lina Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Nico wurde von seinen Eltern in ein Internat gesteckt. In irgendein Kaff, weg von Berlin und seinem besten Freund. Und dann ist ausgerechnet Daniel sein neuer Mitbewohner. Daniel, der sich mit dem Worten „Ich bin schwul, aber du kannst mich Daniel nennen!“ vorgestellt hat. Der kein großes Geheimnis aus seinen Vorlieben macht und so ganz anders ist, als er. Und eigentlich will er einfach nur noch weg! Doch wenigstens gibt es noch ein paar Jungs die in Ordnung sind und Sofie, die jedoch nichts von ihm wissen will.

Fuck! Ich knall den Koffer auf den Boden. Was für ein Loch! Weiße Wände wie in einer Gummizelle. Der braune Teppich sieht wie ein rasierter Hundearsch aus und riecht auch so. Nicht, das ich schon mal meine Nase in einen gesteckt hätte. So stell ich mir das eben vor. Aber der absolute Hammer: zwei Betten. Zwei! Das heißt doch, dass ich mir das Loch mit jemandem teilen muss. Bei meinem Glück kriege ich einen Streber oder Loser ans Bein genagelt. Noch mal fuck! Ich werfe mich aufs Bett. Scheiße, das ist nicht fair! (…) Plötzlich sind da Schritte auf dem Flur. Etwas kracht gegen die Tür. Ein Koffer oder so. Nicht mal lausige fünf Minuten kann ich für mich haben. Ich bringe mich in Position. Die Tür geht auf und so ein braunhaariger Typ spaziert herein, als gehört die Welt ihm allein. Er stellt seine Sachen ab und mustert mich mit hochgezogener Braue. Was für ein affiges Verhalten. (…) Aber das Wichtigste ist im Moment, dass ich ihm erst mal klar mache, wer hier das Sagen hat. „Ich heiße Nico und ich hab mir das linke Bett gekrallt, nur damit du schon mal weißt, was Sache ist!“ Ich verschränke die Arme vor der Brust und grinse. Mit diesem Grinsen kriege ich alle rum. „Wenn du Spaß haben willst, musst du dich nur an mich halten. Die Mädchen stehen auf mich! Hier, fühl mal!“ Ich spanne meinen Bizeps an. „He, so wie wir beide aussehen, werden die bei uns Schlange stehen. Dieses Jahr wird eine einzige große Party. Was sagst du?“
Er lächelt, so von oben herab, und bringt mich damit sofort auf hundertachtzig. Und dann sagt er: „Ich bin schwul, aber du kannst mich Daniel nennen.“

Beim Lesen des Klappentextes, war ich nicht gerade begierig darauf, das Buch zu lesen. Trotzdem fing ich an. Und war begeistert. Die Leichtigkeit, mit der dieses Buch geschrieben ist, macht das Lesen zum Vergnügen. Durch die Kapitel wechselnden Sichtweisen lernt man sowohl Nico als auch Daniel lieben und mögen. Eine leichte, lustige Lektüre, die man nicht so schnell aus der Hand legt.

Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

„Ich bin schwul, aber ihr könnt mich Daniel nennen“, so stellt sich Daniel immer vor. Auch bei Nico, seinem Zimmergenossen im Internat, auf das die beiden quasi verbannt wurden, macht er keine Außnahme. Kein guter Start für eine Freundschaft. Zudem sind die beiden unterschiedlicher, wie es gar nicht sein könnte. Nico ist der klassische Macho, der sofort Anschluss unter den coolen Schülern findet, doch Daniel wird aufgrund seiner sexuellen Vorlieben von den Anderen gemieden und verspottet.

 

Nur Sophie, ein Mädchen mit feuerroten Haare und unglaublich grünen Augen, kommt auf ihn zu.  Sie erzählt ihm außerdem, dass es noch einen anderen Homosexuellen im Internat gibt, doch sie will ihm nicht verraten, wer es ist. Somit beginnt eine aufregende Schnitzeljagd, in der er sich mehrmals bewähren muss und einen, wie es scheint, aussichtslosen Kampf mit Nico führt…

 

 

Plötzlich sind da Schritte auf dem Flur. Etwas kracht gegen die Tür.

Ein Koffer oder so. Nicht mal lausige fünf Minuten kann ich für mich

haben. Ich bringe mich in Position. Die Tür geht auf und so ein

braunhaariger Typ spaziert herein, als gehört die Welt ihm alleine. Er

stellt seine Sachen ab und mustert mich mit hochgezogener Braue. Was

für ein affiges Verhalten. Der absolute Witz: Er trägt einen Hut. So

einen Trilby. David Beckham ist auch schon mit so einem rumgelaufen.

Wenigstens sieht er wie ein Sportler aus. Bestimmt ist er Fußballer.

Echte Jungs spielen immer Fußball. Aber das Wichtigste ist im Moment,

dass ich ihm erst mal klarmache, wer hier das Sagen hat.

„Ich heiße Nico und ich hab mir das linke Bett gekrallt, nur damit du

schon mal weißt, was Sache ist.“  Ich verschränke die Arme vor der Brust und grinse. Mit diesem Grinsen kriege ich alle rum.

„Wenn du Spaß haben willst, musst du dich nur an mich halten. Die Mädchen stehen auf mich! Hier, fühl mal!“ Ich spanne meinen Bizeps an. „He, so wie wir beide aussehen, werden die bei uns Schlange stehen. Dieses Jahr wird eine einzige große Party. Was sagst du?“

Er lächelt, so von oben herab, und bringt mich damit sofort auf Hundertachtzig. Und dann sagt er: „Ich bin schwul, aber du kannst mich Daniel nennen.“


 

 

Eine leichte Lektüre, die dennoch viel Eindruck hinterlässt. Jede

Seite explodiert geradezu vor Witz und interessanten Charakteren. Das

Buch bleibt von Anfang bis zum Ende spannend; Satz für Satz wird die

Geschichte hinter der Geschichte aufgedeckt und garantiert somit für

Überraschungen und schnelles Umblättern. Die Kapitel werden

abwechselnd von Daniel und Nico geführt, womit dem Leser eine

vielfältige Sicht der Dinge geboten wird und ihm die beiden Charaktere

noch näher gebracht werden.

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