Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie
11. September 2010
von Bona, Lina
Ø 4,5 Sterne
Bona Jahrgang 1993 Redaktion Lübeck
hat 5 Sterne vergeben

Samantha Kingston ist siebzehn Jahre alt, beliebt, hübsch – und Jungfrau. Doch das soll sich an diesem Freitag, den 12. Februar, ändern. Sie ist sich ganz sicher, dass ihr Freund Rob, der begehrteste Junge der ganzen Schule, der Richtige ist. Schließlich steht sie mit ihren drei Freundinnen ganz oben auf der sozialen Leiter in der Schule und hat damit nur den Besten verdient. Sie muss sich nicht um den Looser Kent kümmern, der seit einer Ewigkeit in sie verliebt ist und einfach nicht locker lässt, um den Psycho Juliet, die alle hassen, um Lauren, die sie abschreiben lässt und dadurch Ärger mit dem Lehrer bekommt und um Brianna, die von ihrem Freund betrogen wird, was alle außer sie wissen. Na und? So ist es eben. Das einzige was sie interessiert ist, wie viele Rosen sie zum Valentinstag bekommt, denn das zeigt, wie angesagt man ist. Doch dann verändert sich alles, denn dieser Tag ist ihr letzter…

Ausschnitt aus Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie:
Dann passierte es. Der Augenblick des Todes ist voller Hitze und Lärm und Schmerzen, die schlimmer sind als alles – ein Strom brennender Hitze, der mich in zwei Teile zerfetzt, ein Sengen, Brennen und Reißen, und wenn Schreien ein Gefühl wäre, dann dieses.
Dann nichts.
Ich weiß, dass einige von euch denken werden, vielleicht hätte ich es verdient. Vielleicht hätte ich Juliet diese Rose nicht schicken sollen oder auf der Party nicht das Bier über ihr auskippen. Vielleicht hätte ich in Chemie nicht bei Lauren Lornet abschreiben sollen. Vielleicht hätte ich Kent nicht diese Sachen an den Kopf werfen sollen. Es gibt sicher einige unter euch, die denken, ich hätte es verdient, weil ich vorhatte, es mit Rob bis zum Äußersten kommen zu lassen – weil ich mich nicht aufsparen wollte.
Aber bevor ihr anfangt, mit dem Finger auf mich zu zeigen, möchte ich euch fragen: Ist das, was ich getan habe, wirklich so schlimm? So schlimm, dass ich es verdient hätte zu sterben? So schlimm, dass ich es verdient hätte, SO zu sterben?

Lauren Oliver beweist mit diesem Roman, dass sie eine begnadete Jugendbuchautorin mit Bestsellerqualitäten ist, die sich international problemlos sehen lassen kann. Statt übertriebene Wörter und Ausdrücke aus unserem „Jugendslogan“ zu verwenden, versteht sie es wunderbar, ihre Charaktere ganz natürlich und realitätsnah darzustellen, in der Sprache genauso wie im Verhalten. Ihr Roman ist einzigartig und bewegend und hinterlässt einen sowie nachdenklich gestimmt, als auch mit einer anderen Sicht auf das eigene Leben: Man schätzt jeden kleinen, normalen Gegenstand viel mehr und ertappt sich dabei Momente zu genießen, die einem immer als selbstverständlich erschienen sind. Und trotz der Tatsache, dass das Ende des Hauptcharakters schon von Anfang an bekannt ist, nimmt das Buch eine überraschende Wende und überzeugt mit seiner Einzigartigkeit. Ein gnadenlos gutes Debüt.

Lina Jahrgang 1994 Redaktion Lübeck
hat 4 Sterne vergeben

Was wäre, wenn das dein letzter Tag ist?

Was würdest du tun?

Wen würdest du küssen?

Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten?

Samantha hat ein perfektes Leben: Sie ist beliebt, hat drei beste Freundinnen und einen Freund, um den sie alle beneiden. Doch nach einer Party endet das perfekte Leben plötzlich bei einem Autounfall. Und ab da muss sie den Tag wieder und wieder erleben. Und jedes Mal anders – denn nur die kleinste Entscheidung und Tat ändert den ganzen Tag …

Dann passierte es. Der Augenblick des Todes ist voller Hitze und Lärm und Schmerzen, die schlimmer sind als alles – ein Strom brennender Hitze, der mich in zwei Teile zerfetzt, ein Sengen, Brennen und Reißen, und wenn Schreien ein Gefühl wäre, dann dieses.
Dann nichts.
Ich weiß, dass einige von euch denken werden, vielleicht hätte ich es verdient. Vielleicht hätte ich Juliet diese Rose nicht schicken sollen oder auf der Party nicht das Bier über ihr auskippen. Vielleicht hätte ich in Chemie nicht bei Lauren Lornet abschreiben sollen. Vielleicht hätte ich Kent nicht diese Sachen an den Kopf werfen sollen. Es gibt sicher einige unter euch, die denken, ich hätte es verdient, weil ich vorhatte, es mit Rob bis zum Äußersten kommen zu lassen – weil ich mich nicht aufsparen wollte.
Aber bevor ihr anfangt, mit dem Finger auf mich zu zeigen, möchte ich euch fragen: Ist das, was ich getan habe, wirklich so schlimm? So schlimm, dass ich es verdient hätte zu sterben? So schlimm, dass ich es verdient hätte, so zu sterben?

Denselben Tag siebenmal immer und immer wieder zu erleben ist eine Vorstellung, die ich beängstigend, aber auch faszinierend finde. Was würde sich ändern durch deine Entscheidungen? Und wie würde dann der nächste Tag verlaufen?

Ein sehr gelungener Roman, der einem einen anderen Blick auf das Leben und sein Tagesablauf verleiht. Sehr schön geschrieben und spannend, da jeder Tag anders verläuft  als der vorherige.

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